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Raumfahrtchronik 15. Mai 1958

15.05.1958

Sputnik 3::Sputnik 8A91 Rakete in Baikonur::Beim zweiten Versuch gelang der Sowjetunion am 15.05.1958 der Start von Sputnik 3. Unter der Projektbezeichnung „Objekt D” war der Satellit seit Anfang des Jahres 1956 entwickelt worden. Seine komplexe Ausrüstung und Probleme mit der Trägerraketenentwicklung hatten den Start aber immer wieder verzögert, so daß schließlich zunächst zwei „einfache” Satelliten, PS-1 und PS-2, besser bekannt als Sputnik 1 und Sputnik 2 zum Einsatz kamen. Als schließlich Sputnik 3 zum Start kam, versagte am 27.04.1958 die Sputnik 8A91 Rakete. Glücklicherweise stand ein zweites Ingenieurmodell voll ausgerüstet zum Start bereit und so konnte am 15.05.1958 ein zweiter Startversuch unternommen werden. Diesmal arbeitete die Sputnik 8A91 Rakete wie vorgesehen und Sputnik 3 erreichte seine Umlaufbahn. Es handelte sich bei ihm um einen für die damalige Zeit sehr umfangreich ausgestatteten Forschungssatelliten: zwei Ionisationsmanometer, ein Magnetometer, ein Magnetmanometer, ein Hochfrequenz-Massenspektrometer, zwei Kugelgitter-Ionenfallen, ein Tscherenkow-Zähler, zwei Luminiszenzmesser, ein Zähler für kosmische Strahlung, vier piezoelektrische Mikrometeoritenzähler und mehrere elektrostatische Ladungsmesser gehörten zur Ausrüstung. Sowjetische Experten betonten, daß mit dieser Ausrüstung der größte Teil der Forschungen realisiert werden konnte, die die USA im IGJ 1958/59 mit zahlreichen Explorer-Satelliten durchführten. Amerikanische Forscher verwiesen dagegen darauf, daß die Gewinnung derartiger Meßdaten mit nur einem Satelliten auf nur einer Bahn wenig wissenschaftlichen Wert hatte. Dennoch erarbeitete eine Arbeitsgruppe der NASA einen Langzeitplan, der zu eben solchen umfangreich ausgerüsteten Forschungslaboratorien führen sollte (z.B. OGO). Erstmals wurden bei einem sowjetischen Satelliten Solarzellen zur Energieversorgung eingesetzt. Propagandistisch wurde aber besonders die Größe und Masse von Sputnik 3 herausgestellt. Die Startmasse von 1.327 kg war allerdings auch wirklich beeindruckend, insbesondere für das US-Militär, das sich derart eine recht gute Vorstellung vom Potential der R-7 Rakete als Atomwaffenträger machen konnte. Erst 1990 wurden westliche Mutmaßungen bestätigt, wonach Sputnik 3 eigentlich als erster Satellit gestartet werden sollte, jedoch nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte. Ein erster Startversuch mit einem Satelliten des Typs Sputnik 3 (Objekt D) war am 27.04.1958 nach 96 s wegen Problemen mit der Erststufe gescheitert. Ein vereinzelt aufgeführter Fehlstart am 03.02.1958 findet in den freigegebenen sowjetischen Dokumenten keine Bestätigung, so daß es sich bei diesem Start wohl um einen ballistischen Testflug gehandelt haben dürfte. Gleichfalls wurde bekannt, daß aufgrund eines defekten Bandaufzeichnungsgerätes Sputnik 3 die Struktur der irdischen Strahlungsgürtel nicht aufdecken konnte. Das Gerät, das unmittelbar nach dem Start seine Arbeit einstellte, sollte die Meßdaten in jenen Flugphasen speichern, in denen keine Bodenstation Funkkontakt hatte. So konnten aber nur die Daten beim Überflug sowjetischen Territoriums empfangen werden, was die Entdeckung der Strahlungsgürtel der Erde verhinderte.

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