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01.12.1992
  • 1992-084A Superbird A1

Der japa­ni­sche Satellitenbetreiber Space Com­mu­ni­ca­ti­ons Cor­po­ra­tion of Japan (SCC) wurde im März 1985 einen Monat vor dem direk­ten Kon­kur­ren­ten JCSAT gegrün­det. Doch der erste eigene Satel­lit konnte erst im Juni 1989, drei Monate nach dem ers­ten Satel­li­ten der unmit­tel­ba­ren japa­ni­schen Kon­kur­renz gestar­tet wer­den. Anfang 1990 ging dann Superbird-​B beim Fehl­start einer Ariane ver­lo­ren und im Dezem­ber 1990 fiel auch noch Superbird-​A aus, bevor Ersatz gestar­tet wer­den konnte. Erst 1992 konnte die SCC wie­der den Betrieb mit eige­nen Satel­li­ten auf­neh­men. Im Februar 1992 star­tete Superbird-​B1 und am 01.12.1992 folgte in Kou­rou eine Ariane 42P+ mit Superbird-​A1. Der von Space Sys­tems Loral gebaute FS-​1300 Satel­lit erreichte eine geo­sta­tio­näre Posi­tion über 158° Ost. Er ver­fügte über 23 Ku– und 2 Ka-Band Trans­pon­der. Beide Satel­li­ten zusam­men deck­ten das japa­ni­sche Insel­ter­ri­to­rium ab und ver­sorg­ten es mit unter­schied­li­chen Diens­ten. Superbird-​A1 diente der Zuspie­lung von Pro­gram­men an TV-​Stationen, der Ein­spei­sung von Pro­gram­men in Kabel­netze, wurde für die Kom­mu­ni­ka­tion im Kata­stro­phen­fall und im Rah­men von Bil­dungs– oder Gesund­heits­pro­gram­men ein­ge­setzt, diente der Hochgeschwindigkeits-​Datenübertragung und konnte für die Telefonie-​, Fax– und Daten­kom­mu­ni­ka­tion genutzt werden.

02.12.1992
  • 1992-085A Molniya-3

Molnija-3 Satellit in Plesetsk Eine Molnija-M 8K78M Rakete beför­derte am 02.12.1992 vom nord­rus­si­schen Kos­modrom Ple­setsk den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sa­tel­li­ten Molnija 3 – 43 auf die typi­sche hoch­el­lip­ti­sche Umlauf­bahn. Der Satel­lit diente pri­mär natio­nal der Über­tra­gung von Funk­diens­ten sowie von Radio– und TV-​Programmen im „Orbita“ Netz­werk sowie der mili­tä­ri­schen Kommunikation.

02.12.1992
  • 1992-086A Discovery F-15
  • 1992-086B USA 89

Satellit vom Typ SDS-B (Fotomontage) Letzt­ma­lig im Auf­trag des Pen­ta­gon star­tete am 02.12.1992 um 13:24 UTC ein US Space Shut­tle. Die klas­si­fi­zierte Mission STS-​53 „Discovery“ F-15 diente pri­mär dem Trans­port eines gehei­men mili­tä­ri­schen Satel­li­ten. Dane­ben soll­ten die Astro­nau­ten, Kom­man­dant David Walker, Pilot Robert Cabana sowie die Mis­si­ons­spe­zia­lis­ten Guion Bluford, Michael Clifford und James Voss, eine Reihe mili­tä­risch rele­van­ter Expe­ri­mente betreuen. Doch zunächst ver­zö­ger­ten nied­rige Tem­pe­ra­tu­ren den ers­ten Start der „Dis­co­very“ nach der Über­ho­lung bei Rock­well in Palm­dale. Erst nach­dem die Tem­pe­ra­tu­ren am Cape auf 10° C gestie­gen waren, konnte der zwi­schen­zeit­lich ange­hal­tene Count­down wie­der auf­ge­nom­men wer­den. Der Orbi­ter erreichte pro­blem­los seine Umlauf­bahn in rund 370 km Höhe. Bereits 6 Stun­den spä­ter wurde USA 89, die Haupt­nutz­last der „Dis­co­very“, aus­ge­setzt. Bei dem Satel­li­ten han­delte es sich ver­mut­lich um einen SDS Nach­rich­ten­sa­tel­li­ten, der dann wohl die Bezeich­nung SDS B-3 trug. Am 03.12.1992 wurde die Umlauf­bahn auf 324 km abge­senkt und mit den Vor­be­rei­tun­gen für ein amerikanisch-​russisches Expe­ri­ment begon­nen. Dazu soll­ten jeweils zwei Kugeln von 5, 10 und 15 cm Durch­mes­ser aus­ge­sto­ßen wer­den, die von ame­ri­ka­ni­schen bzw. rus­si­schen Radar­sta­tio­nen erfaßt wer­den soll­ten. Ziel des ODERACS Expe­ri­ments (Orbi­tal Debris Radar Cali­bra­tion Sphe­res) war u.a. die Unter­su­chung von Mög­lich­kei­ten, der­art „Welt­raum­müll“ recht­zei­tig zu erken­nen. Doch ein Bat­te­rie­de­fekt ver­hin­derte das Aus­sto­ßen der Kugeln. Am 08.12.1992 mußte die „Dis­co­very“ wie zum Beweis der Not­wen­dig­keit sol­cher For­schun­gen selbst ein Aus­weich­ma­nö­ver vor einem 10 cm Trüm­mer­stück flie­gen. Unter­des­sen gin­gen die mili­tä­risch moti­vier­ten For­schun­gen an Bord wei­ter, wobei einige wei­tere Pro­bleme auf­ge­tre­ten sein sol­len. Die Lan­dung der „Dis­co­very“ war für den 09.12.1992 in Cape Cana­veral vor­ge­se­hen. Eine tief­hän­gende Wol­ken­de­cke machte die geplante Nacht­lan­dung aber unmög­lich. Da keine Wet­ter­bes­se­rung zu erwar­ten war, mußte die „Dis­co­very“ auf die Edwards AFB in Kali­for­nien aus­wei­chen. Hier setzte sie am 09.12.1992 um 20:44 UTC nach einem Flug von 168:20 h sicher auf. Aller­dings ver­hin­derte aus­ga­sen­der Rest­treib­stoff aus den Trieb­wer­ken des Orbi­ters mehr als 2 Stun­den das Aus­stei­gen der Crew. Erst auf­kom­men­der Wind und der Ein­satz gro­ßer Ven­ti­la­to­ren redu­zierte die Gas­kon­zen­tra­tion auf ein unkri­ti­sches Maß.

09.12.1992
  • 1992-087A Kosmos-2223

In der Gewin­nung von Über­sichts­auf­nah­men bestand die pri­märe Mis­sion des rus­si­schen Foto­auf­klä­rungs­sa­tel­li­ten Kosmos 2223, den einen Sojus-U 11A511U Rakete am 09.12.1992 von Bai­ko­nur star­tete. Der Satel­lit gehörte offen­kun­dig zu einem ver­bes­ser­ten Jantar-​4KS1 Modell mit Code­na­men „Neman“ (Erzeug­nis 17F117). Län­ger als ein Jahr, näm­lich 372 Tage, blieb der Satel­lit im Orbit und über­trug seine Über­sichts­auf­nah­men auf digi­ta­lem Weg über Relais-​Satelliten zur Erde. Bei Bedarf konn­ten die Jantar-​4KS1M auch näher an ein Ziel­ob­jekt her­an­ma­nö­vrie­ren und dann sogar hoch­auf­lö­sende Fotos anfertigen.

17.12.1992
  • 1992-088A Kosmos 2224

Erzeugnis 71Ch6 für das System „Oko-1“ Eine Proton-K 8K82K mit Block DM-2 11S861 Ober­stufe kam am 17.12.1992 zum Ein­satz, um vom Kos­modrom Bai­ko­nur den Satel­li­ten Kosmos 2224 auf eine Syn­chron­bahn zu beför­dern. Der Satel­lit war das zweite Exem­plar des ver­bes­ser­ten 71Ch6 Modells der geo­sta­tio­nä­ren rus­si­schen Früh­warn­sa­tel­li­ten vom Typ „Pro­gnos“. Diese ver­füg­ten über ein erheb­lich grö­ße­res und leis­tungs­fä­hi­ge­res IR-​Teleskop (Spie­gel­durch­mes­ser 1 m, Brenn­weite 4,5 m) als die auf ellip­ti­schen Bah­nen ope­rie­ren­den „Oko“ Satel­li­ten. Mit einem Netz­werk von sie­ben der­ar­ti­gen Satel­li­ten plante man noch zu Sowjet­zei­ten erst­mals eine wirk­lich glo­bale lücken­lose Abde­ckung des SPRN (Система Предупреждения о Ракетном Нападении = svw. Warn­sys­tem vor Rake­ten­an­grif­fen) zu errei­chen. Finan­zi­elle und tech­ni­sche Pro­bleme ver­hin­der­ten dies jedoch. Mehr als drei Posi­tio­nen (Totsch­kas) konn­ten nicht gleich­zei­tig besetzt wer­den. Und so wech­sel­ten die Satel­li­ten häu­fig ihre Posi­tio­nen. Kosmos 2224 war bei­spiels­weise zunächst über 12° West sta­tio­niert, wurde 1994 vor­über­ge­hend auf 24° West ver­scho­ben und kehrte noch im sel­ben Jahr auf 12° West zurück.

18.12.1992
  • 1992-089A Navstar GPS 29

NAVSTAR Block-IIA Satellit Einen knap­pen Monat nach dem letz­ten der­ar­ti­gen Start folgte am 18.12.1992 von der Van­den­berg AFB der Start einer wei­te­ren Delta 7925 mit einem NAVSTAR Block-​IIA Satel­li­ten. Der offi­zi­ell als USA 87 bezeich­nete Satel­lit hieß intern NAVSTAR BIIA-17 bzw. SVN 29 und nahm schon kurze Zeit nach dem Start sei­nen Betrieb im glo­ba­len GPS Navi­ga­ti­ons­sys­tem auf.

21.12.1992
  • 1992-090A

Einen schwe­ren Rück­schlag erlebte die chi­ne­si­sche Raum­fahrt­in­dus­trie am 21.12.1992. Nur 45 s nach dem Start vom Raum­fahrt­ge­lände Xichang kam es zu einer Explo­sion an der Spitze der CZ-​2E Trä­ger­ra­kete. Zwar setzte diese ihren Flug noch fort und pla­zierte ihre Nutz­last, den aus­tra­li­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sa­tel­li­ten Optus B2, auf einer Park­bahn. Diese ent­sprach jedoch nicht den pro­jek­tier­ten Wer­ten und vom Satel­li­ten konn­ten eben­so­we­nig Tele­me­trie­da­ten emp­fan­gen wer­den wie von der Star-​63F Kick­stufe. Bald nach dem Start begann eine Unter­su­chung der Unglücks­ur­sa­che. Wäh­rend chi­ne­si­sche Exper­ten die Explo­sion der Kick­stufe ver­mu­te­ten, kon­zen­trier­ten sich die Unter­su­chun­gen des Satel­li­ten­her­stel­lers Hug­hes schon bald auf kon­struk­tive Män­gel der Nutz­last­ver­klei­dung. Die Explo­sion an der Rake­ten­spitze erfolgte etwa zum Zeit­punkt der maxi­ma­len aero­dy­na­mi­schen Belas­tung. Starke Scher­winde hat­ten bereits zu einer Kurs­ab­wei­chung geführt, als nach die­sen Erkennt­nis­sen die Nutz­last­spitze kol­la­bierte. China igno­rierte die ame­ri­ka­ni­schen Erkennt­nisse zunächst weit­ge­hend und erst ein wei­te­rer ähn­li­cher Fehl­start führte zu umfas­sen­den Modi­fi­ka­tio­nen der Nutz­last­ver­klei­dung. Inter­es­san­ter­weise füh­ren chi­ne­si­sche Sta­tis­ti­ken den Start der CZ-​2E vom 21.12.1992 noch immer als Erfolg.

22.12.1992
  • 1992-091A Kosmos-2225

Zu einem nur in weni­gen Exem­pla­ren ein­ge­setz­ten Typ von Foto­auf­klä­rungs­sa­tel­li­ten zählte Kosmos 2225, der am 22.12.1992 mit einer Sojus-U 11A511U von Bai­ko­nur gestar­tet wurde. Der Satel­lit war vom Typ Orlets-​1 „Don“. Diese Satel­li­ten, die die Erzeug­nis­num­mer 17F12 tru­gen, basier­ten offen­bar auf der Instru­men­ten– und Antriebs­sek­tion der „Jantar“ Modelle. Um die Zelle herum war ein Ring von etwa einem Dut­zend Film­rück­kehr­kap­seln instal­liert, die wie die Patro­nen eines Revol­vers um die Kame­ra­sek­tion rotie­ren konn­ten. So konn­ten die Kap­seln mit dem belich­te­ten Film beschickt wer­den, den sie zur Aus­wer­tung zur Erde zurück brach­ten. Nach 58 Tagen wurde Kosmos 2225 gezielt zum Absturz gebracht und ver­glühte in der Atmosphäre.

22.12.1992
  • 1992-092A Kosmos-2226

geodätischer Satellit „Musson“ Der Start einer Zyklon-3 11K68 Rakete am 22.12.1992 vom Kos­modrom Ple­setsk diente dem Trans­port des geo­dä­ti­schen Satel­li­ten Kosmos 2226 auf eine 1.500 km Bahn. Der Satel­lit war vom Typ „Eridan“, auch als Geo-​IK, „Mus­son“ oder als Erzeug­nis 11F666 bekannt. Durch ver­schie­dene geo­dä­ti­sche Meß­ver­fah­ren (Doppler-​Messungen, opti­sche Bahn­ver­fol­gung durch inten­sive Licht­si­gnale und Laser­re­flek­to­ren sowie Funk­ba­ken) war eine unab­hän­gige Posi­ti­ons­be­stim­mung mit bis zu 1,5 m Genau­ig­keit (bei Doppler-​Messungen sogar von weni­gen Zen­ti­me­tern) mög­lich. Zudem waren die Satel­li­ten mit einem Radar-​Altimeter aus­ge­rüs­tet, wel­ches eine Höhen­be­stim­mung von Meß­punk­ten auf 5 m genau gestat­tete. Begin­nend 1981 star­tete bis Ende der 80er Jahre meist einer der Satel­li­ten pro Jahr, danach sank die Start­rate ab.

25.12.1992
  • 1992-093A Kosmos-2227

Unter der Bezeich­nung Kosmos 2227 erreichte am 25.12.1992 ein weiterer Zelina-​2 seine Umlauf­bahn. Eine Zenit-2 11K77 brachte den Funk­auf­klä­rungs­sa­tel­li­ten (ELINT) von Bai­ko­nur auf eine Umlauf­bahn in rund 850 km Höhe. Das Zelina-​2 Sys­tem war bereits die dritte Gene­ra­tion der­ar­ti­ger Satel­li­ten in der Sowjet­union und auch Ruß­land setzte diese Satel­li­ten wei­ter ein. Der Unter­schied zum Vor­gän­ger­mo­dell Zenit-​D ist nicht bekannt, es wird jedoch ange­nom­men, daß die Satel­li­ten bereits in der Lage waren, den Funk­ver­kehr selek­tiv auf bestimmte Signal­mus­ter hin bzw. Abwei­chun­gen von ihnen zu überwachen.

25.12.1992
  • 1992-094A Kosmos-2228

Einen hal­ben Tag nach Kosmos 2227 star­tete am 25.12.1992 vom wei­ter nörd­lich gele­ge­nen Kos­modrom Ple­setsk mit Kosmos 2228 ein ELINT Satel­lit des älteren Zelina-​D Modells. Eine Zyklon-3 11K68 Rakete brachte ihn auf seine Umlauf­bahn in rund 650 km Höhe.

29.12.1992
  • 1992-095A Kosmos-2229

Unter inter­na­tio­na­ler Betei­li­gung star­tete am 29.12.1992 von Ple­setsk eine Sojus-U 11A511U mit dem Satel­li­ten Kosmos 2229. Der auch als Bion 10 bezeich­nete Bio­sa­tel­lit hatte die bei­den Affen „Iva­sha“ und „Kro­sha“ an Bord. Dane­ben betei­lig­ten sich auch Exper­ten aus Ruß­land, den USA, Deutsch­land, Frank­reich, Kanada, China, den Nie­der­lan­den, Litauen, der Ukraine, Usbe­kis­tan und der ESA (u.a. mit dem Bio­box Expe­ri­men­ten­block) an der Aus­rüs­tung. Als Pro­bleme mit der Tem­pe­ra­tur­re­ge­lung im Kap­se­lin­ne­ren auf­tra­ten, mußte der Flug vor­zei­tig abge­schlos­sen wer­den. Zwei Tage frü­her als geplant ging die Lan­de­kap­sel in einem Wald­ge­biet 100 km nörd­lich der Stadt Kara­ganda nie­der und wurde gebor­gen. Die ver­schie­de­nen Stu­dien zum Ein­fluß eines Raum­flugs auf unter­schied­li­che Orga­nis­men konn­ten trotz der ver­kürz­ten Mis­sion erfolg­reich abge­schlos­sen wer­den. Aller­dings star­ben 7 der 15 Kaul­quap­pen auf­grund der zu hohen Tem­pe­ra­tu­ren und einer der bei­den Affen mußte auf­grund eines tech­ni­schen Pro­blems drei Tage ohne Fut­ter auskommen.

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