Olafs Raumfahrtkalender

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Raumfahrtchronik Juli 2003

08.07.2003

Opportunity am „Wopmay Rock”::Abb.: NASA/JPL/CornellOpportunity „begegnete” seinem eigenen Hitzeschild::Abb.: NASA/JPL/CornellOpportunity bei der Erkundung eines Felsens::Abb.: NASA/JPL/CornellOpportunity fotografierte erstmals Wolken in der Marsatmosphäre::Abb.: NASA/JPL/CornellBlick von Opportunity auf das „Cape St. Vincent” am Randes des „Victoria” Kraters::Abb.: NASA/JPL/CornellWie auch der Start der Schwestersonde MER 2 verzögerte sich der von MER 1 mehrfach. Ursprünglich geplant für den 26.06.2003, hob die Rakete mit dem zweiten Mars Exploration Rover schließlich am 08.07.2003 von Cape Canaveral ab. Da der Start ohnehin aufgrund der beschränkten Kapazitäten der Installationen auf dem Startgelände zu einem bahnmechanisch ungünstigeren Zeitpunkt erfolgen mußte, hatte man von vornherein eine stärkere Trägerrakete für die Mission vorgesehen. Ursprünglich hatte man den Start mit einer Atlas II geplant, war aber früh auf die „Heavy” Variante der Delta II umgeschwenkt. Die Delta 7925H mit ihren von der Delta III übernommenen GEM Boostern erhöhten den Startschub gegenüber dem Standardmodell um rund 25%. Bereits 18 min nach dem Start hatte sich die Sonde von der Drittstufe der Rakete getrennt und, ausgehend von einem niedrigen Erdorbit, eine Bahn zum Mars eingeschlagen. Am 11.12.2003 begann der 45-tägige Endanflug auf den Mars. Er mündete in der Landung am 25.01.2004 um 05:05 UTC. Das aerodynamische Bremsmanöver in der Atmosphäre, das mehrstufige Fallschirmsystem und zuletzt auch die Airbags funktionierten tadellos. Obwohl der Endanflug mit hoher Geschwindigkeit erfolgte, erreichte auch der inzwischen auf den Namen Opportunity getaufte MER-B präzise sein Landegebiet in Tiefebene Meridiani Planum. Diese äquatoriale Region war gewählt worden, weil dort ausgedehnte Vorkommen von Hämatit an der Oberfläche sichtbar waren. Dazu kamen andere geologisch interessante Strukturen, die wie auch das Hämatit als Hinweise auf das einstige Vorkommen von Wasser in der Region gedeutet werden konnten. Und schon die ersten Bilder von der Landestelle versetzten die Wissenschaftler in Begeisterung. Opportunity war in einem später „Eagle Crater” genannten kleinen Krater von etwa 30 m Durchmesser und 5 m Tiefe gelandet. Und schon dessen Rand offenbarte eine Fülle von interessanten geologischen Strukturen. Und so widmete man der Untersuchung dieses eng begrenzten Areals ganze zwei Monate. Erst danach, Opportunity hatte die projektierte Lebensdauer von 90 Tagen bereits überschritten, wagte man den „Ausbruch” aus dem Krater. Ein erster Versuch endete noch damit, daß der Rover in den Krater zurückrutschte. Mit einem Zickzackkurs hatte man dann aber Erfolg. Weitaus kritischer war die Situation einige Wochen später. Am 26.04.2004 fuhr sich Opportunity beim Überqueren einer Sanddüne fest. Alle sechs Räder staken bis zu den Naben im Sand. Erst nach eingehenden Simulationen auf der Erde konnte sich der Rover rückwärts im Kriechgang befreien. Nächstes großes Ziel war der verschüttete Krater „Erebus”, der Ende 2004 erreicht wurde. Nach der Erkundung dieser Region wurde im März 2006 ein neuer Kurs zum 2 km entfernten Krater „Victoria” gesetzt. Ungeachtet einiger Zwischenfälle auf dem Weg dorthin erreichte Opportunity am 28.09.2006 den Rand des ca. 60 m tiefen und 800 m breiten Kraters. Der Rover folgte zunächst dem Kraterrand, da man hoffte, eine Stelle für einen sicheren Abstieg zu finden. Ab Ende Juli 2007 sah sich Opportunity der bis dahin größten Herausforderung gegenüber. Ein heftiger Sandsturm verdunkelte den Himmel und lagerte zudem größere Mengen Sand auf den Solarzellenflächen ab. Damit sank die verfügbare elektrische Energie auf ein kritisches Niveau ab. Im Kontrollzentrum hatte man entschieden, bei möglichst geringem Energieverbrauch das Ende des Sturmes abwarten. Um Strom zu sparen, wurden alle nicht unbedingt benötigten Gerätschaften abgeschaltet. Das hatte jedoch einen unangenehmen Nebeneffekt. Die Ausrüstung produzierte nun keine Abwärme mehr und die Heizelemente mußten aktiviert werden, um ein Einfrieren zu verhindern. Es dauerte eine Weile, bis eine optimale Balance im Energiehaushalt gefunden war. Glücklicherweise schwächte sich der Sturm ab Mitte August 2007 ab, so daß sich die Situation allmählich besserte. Im September 2007 begann Opportunity dann auch mit der Erkundung des Kraterinneren. Anfang 2008 traten vermehrt Probleme mit einem der Gelenke des Instrumentenauslegers an der Front des Rovers auf. Bereits unmittelbar nach der Landung hatte man einen Defekt in der Steuerung eines dort installierten Heizelements bemerkt und seither diverse Strategien entwickelt, mit den daraus resultierenden Problemen umzugehen. Doch nun blockierte einer der Antriebe für das ein- und ausklappen des Arms. Daraufhin wurde der Arm nur noch eingeklappt, wenn der Rover größere Strecken fuhr. Doch am 15.04.2008 blockierte der Arm bei dem Versuch, ihn in Arbeitsposition zu bringen. Erst einen Monat später, am 14.05.2008, gelang es, die Blockade zu überwinden. Damit konnte die Erkundung des Felsvorsprungs „Cape Verde” am Kraterrand fortgesetzt werden. Auf ein Einklappen des Instrumententrägers mußte man zwar nun verzichten, hoffte aber dennoch darauf, noch ein größeres Gebiet mit dem Rover erkunden zu können. Pancam (Panoramic Camera), Mini-TES (Mini-Thermal Emission Spectrometer), RAT (Rock Abrasion Tool), Mössbauer-Spektrometer, das APXS Instrument (Alpha Particle X-ray Spectrometer) und Microscopic Imager waren, wenn auch teilweise eingeschränkt, auch nach mehr als vier Jahren auf dem Mars noch einsatzbereit.

17.07.2003

Mit einer Atlas V Mod. 521 startete am 17.07.2003 von Cape Canaveral der Kommunikationssatellit Rainbow 1 alias Cablevision 1. Die Cablevision Systems Corporation hatte den Satelliten, einen A2100AXS Hochleistungssatelliten bei Lockheed Martin Commercial Space Systems in Auftrag gegeben. Mit seinen 36 (nach anderen Quellen 24) Ku-Band Transpondern sollte der Satellit eine Vielzahl von direktempfangbaren HDTV Programmen in den kontinentalen USA oder über 22 steuerbare Spotbeams an eng abgegrenzte Regionen ausstrahlen. Voom HD Networks umfaßte ursprünglich 21 Kanäle, die von der Rainbow DBS Company, einer Cablevision Tochter, betrieben wurden. Nach dem Start erreichte der Satellit die vorgesehene Orbitalposition bei 61,5° West und nahm bald darauf seinen Sendebetrieb auf. Bald schon warb Rainbow damit, mehr HDTV Programme zu senden, als die Wettbewerber DirecTV und Dish Network. Doch der erhoffte große wirtschaftliche Erfolg blieb aus. Ein Problem war, daß es an der Westküste der Vereinigten Staaten aufgrund der Orbitalpoistion des Satelliten verbreitet Empfangsprobleme gab. Schließlich wurde zum 30.04.2005 der Sendebetrieb des Voom Pakets eingestellt, Rainbow 1 zusammen mit der Sendelizenz ausgerechnet an den größten Wettbewerber Dish Network (EchoStar Communications Corp.) verkauft. Dort wurde er, unverändert über 61.5° West, in die eigene Flotte eingereiht. Im März 2006 wurde dieser Wechsel auch deutlich anhand der Namensänderung in Echostar 12.

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