Olafs Raumfahrtkalender

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Raumfahrtchronik 13. März 2004

13.03.2004

Mobile Broadcasting Satellite::Abb.: Space Systems/LoralIn Erwartung eines wachsenden Marktes für digitale Programmangebote höchster Qualität für mobile Anwender wurde im Jahr 1998 in Japan die Mobile Broadcasting Corporation (MBCO) gegründet. Für das Jahr 2004 sah diese Millionen potentieller Kunden beispielsweise mit PDAs (Personal Digital Assistants) voraus oder auch mehr als 70 Millionen Fahrzeughalter allein in Japan. Um diesen Markt zu bedienen, vergaben die MBCO und ihr südkoreanischer Partner SK Telecom einen Entwicklungsauftrag an Space Systems/Loral für einen Satelliten, der diesen Anforderungen gerecht werden konnte. Für die Übertragung zum MBSAT (Mobile Broadcasting Satellite) setzte man dabei auf das Ku-Band, während die Signale zum Endanwender im S-Band ausgestrahlt wurden. Unter günstigen Bedingungen sollten die mobilen Endgeräte die Signale des Satelliten direkt empfangen können, in schwierigerem Umfeld (z.B. in Städten) setzte man auf den Einsatz von „Gap-Filler” Bodenstationen. Daher verfügte der LS-1300 Satellit nicht nur über 16 S-Band Transponder, sondern auch einen Ku-Band Transponder, der diese Repeater-Stationen speiste. Die Kapazität des Satelliten reichte für rund 50 Audio- und Videokanäle. Bei der Konstruktion des Satelliten setzte SS/L auf einen 12 m Northrop Grumman Astro Aerospace Astromesh Reflektor und russische SPT-100 Plasma-Triebwerke. Der Start von MBSAT erfolgte am 13.03.2004 mit einer Atlas IIIA von Cape Canaveral. Aus der Transferbahn manövrierte der Satellit mit seinem R-4D Triebwerks auf eine Synchronbahn, wo er über 144° Ost stationiert wurde und wenige Wochen später seinen Dienst aufnahm. Während Technologiepartner Toshiba sich in Japan nach Verlusten in Höhe von 232 Mio. $ aus dem Projekt zurückzog, einen satellitengestützten mobilen Fernsehstandard zu etablieren, konnte die koreanische TU Media innerhalb von zwei Jahren über eine Million Kunden für seine S-DMB (Satellite Digital Multimedia Broadcasting) Angebote gewinnen. Der Durchbruch der neuen Technologie blieb aber angesichts von Alternativangeboten aus.

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