Olafs Raumfahrtkalender

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Raumfahrtchronik 29. März 2005

29.03.2005

Der Austausch der überalterten russischen Kommunikationssatelliten gegen modernere Modelle mit westlicher Kommunikationsnutzlast schritt in den Jahren 2003 bis 2005 zügig voran. Das Staatsunternehmen Космическая Cвязь (englisch RSCC: Russian Satellite Communications Company) hatte bei NPO PM eine Reihe von modernen Ekspress-AM Satelliten in Auftrag gegeben, in die die Kommunikationsnutzlast namhafter westlicher Ausrüster integriert wurde. Insbesondere mit der französischen Alcatel Space entstand eine enge Zusammenarbeit. Auch der am 29.03.2005 von Baikonur mit einer Proton-K 8K82K mit Block DM-2M 11S861-01 Endstufe gestartete Ekspress-AM2 zählte zu dieser Serie. Der Satellit erreichte trotz Problemen mit dem RD-0214 Verniertriebwerk der Proton Drittstufe mit ausreichender Präzision seine Bahn. Er verfügte über 16 C-Band-, 12 Ku-Band- und einen L-Band-Transponder. Die Sendekeulen des über 80° Ost stationierten Satelliten deckten schwerpunktmäßig den größten Teil der GUS Staaten ab und bedienten zudem den asiatischen Raum mit Schwerpunkt China. Für einen geplanten Zeitraum von mindestens 12 Jahren sollte der Satellit diese Regionen mit Digital-TV, Telefonie, Videokonferenzen, Datenübertragungen und Internet versorgen. Im Herbst 2008 wurde bekannt, daß der Satellit wegen Problemen mit dem Antrieb einen Teil der Kapazität seiner Solarzellenflächen verloren hatte und nur noch eingeschränkt genutzt werden konnte. Die Probleme verschärften sich, als am 08.03.2009 eines der beiden Paneele komplett versagte. Ende März 2009 gab die RSCC bekannt, daß der Satellit außer Kontrolle geraten war. Als Sofortmaßnahme wurden die meisten Transponder auf benachbarte Satelliten übertragen und man verhandelte mit EUTELSAT über die Repositionierung von Eutelsat W2. Doch als dessen Ablösung, Eutelsat W2M, kurz nach dem Start ebenfalls außer Kontrolle geriet, mußte man sich von dieser Idee verabschieden. Nun sollte stattdessen Eutelsat W1 auf 80° Ost verschoben werden. Eine genauere Bewertung der eigenen Situation führte bei EUTELSAT jedoch zu der Erkenntnis, daß auch dieser Satellit vorläufig nicht entbehrlich war. Stattdessen wurde nun SESAT 1 in Betracht gezogen. Bis Ende 2009 wurde dies aber nicht verwirklicht.  

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