Olafs Raumfahrtkalender

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Raumfahrtchronik
Raumfahrtchronik 15. April 2005

15.04.2005

Sojus TMA-6 im Anflug auf die ISS::Abb.: NASAEine neue Stammbesatzung machte sich am 15.04.2005 von Baikonur auf den Weg zur Raumstation ISS. Der Start von Sojus TMA-6 erfolgte mit einer Sojus-FG 11A511U-FG um 00:46 UTC. An Bord befanden sich Kommandant Sergej Krikaljow und Bordingenieur John Phillips, die gemeinsam die elfte russisch-amerikanische Stammbesatzung der Raumstation bilden sollten, sowie der zweite Bordingenieur Roberto Vittori. Letzterer flog die europäische „Eneide” Mission. Für Phillips war der geglückte Start zugleich ein schönes Geschenk, da er an diesem Tag seinen 54. Geburtstag feiern konnte! Nach einem planmäßigen Aufstieg verlief auch der weitere Flug einschließlich der Bahnmanöver bis hin zum automatischen Docking mit der Raumstation ohne Probleme. Die Ankopplung am Orbitalkomplex war am 17.04.2005 um 02:20 UTC vollzogen. Knappe zweieinhalb Stunden später war die Luftschleuse geöffnet und die Besatzung stieg in die ISS hinüber. Nach einer kurzen Erholungspause begann die neue Stammbesatzung mit der Übernahme der laufenden Experimente von der bisherigen Stammbesatzung, Leroy Chiao und Salishan Scharipow. Ihr italienischer Begleiter Vittori widmete sich unterdessen seinen eigenen Experimenten.

15.04.2005

DART im Anflug auf MUBLCOM::Abb.: OSCDie immer wieder verzögerte NASA Mission DART (Demonstration of Autonomous Rendezvous Technology) startete schließlich am 15.04.2005 und damit nur wenige Tage nach dem ähnlichen USAF Projekt XSS 11. Ein L-1011 Trägerflugzeug nahm von der Vandenberg AFB Kurs auf das offene Meer, wo in einem gesperrten Luftraum die Pegasus XL Rakete mit dem Satelliten ausgeklinkt wurde. Der Satellit erreichte die vorgesehene Parkbahn, von der aus er autonom ein Rendezvous mit dem ausgedienten MUBLCOM Satelliten unternehmen sollte. Innerhalb von lediglich 24 Stunden sollte DART den Satelliten erreichen und mehrere Anflüge bis auf geringen Abstand unternehmen. Die Annäherung an das Zielobjekt verlief auch offenbar nach Plan, doch nach einem ersten Rendezvous ging DART in einen Sicherheitsmodus und brach die Mission so vorzeitig ab. So war zumindest die erste Einschätzung der Geschehnisse. Danach war der Treibstoffvorrat für Bahnmanöver unter die Sicherheitsgrenze abgesunken, so daß der Bordcomputer DART auf eine Bahn steuerte, die zu einem baldigen Wiedereintritt führen sollte. Warum der Treibstoff so rasch aufgebraucht war, blieb zunächst unklar. Vermutet wurden Sensorprobleme, die für zu häufige Triebwerkszündungen verantwortlich sein konnten oder ein Leck im Treibstoffsystem. Später gab die NASA jedoch bekannt, daß DART wohl mit seinem Ziel direkten Kontakt gehabt hatte. Jedenfalls wies MUBLCOM nach dem Rendezvous eine leicht veränderte Umlaufbahn auf. Der Zusammenstoß passierte zudem wohl zu einem Zeitpunkt, als der Bordcomputer von DART bereits den Abbruch der Mission ausgelöst hatte. Scheinbar wurde das Manöver nur teilweise korrekt absolviert, denn auch die „Friedhofsbahn” entsprach nicht ganz den projektierten Werten. Nach dem Scheitern der Mission wurde eine Untersuchungskommission eingesetzt. Die Veröffentlichung des Untersuchungsergebnisses verzögerte sich jedoch immer wieder. Das ließ Spekulationen aufkommen, daß das Militär hier eine Vertuschungskampagne inszeniert hatte, um den Erfolg der DART Mission zu verschleiern. Schließlich waren autonome Rendezvoustechniken von außerordentlicher militärischer Relevanz.

Kalender

 « Apr 2005 » 
Mo Di Mi Do Fr Sa So
28293031010203
04050607080910
13141617
18192021222324
2527282901
Besucher seit 1997: 84.940



JoomlaWatch Stats 1.2.9 by Matej Koval