Olafs Raumfahrtkalender

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Trägerraketen
Gesamtsystem
NationIndien (ISRO) 
Bezeichnung(en)ASLV  
Entwicklungszeitraum1980-1987 
erster Start24.03.1987 (Fehlstart) 
Einsatzzeitraum1987-1994 
Stufenzahl4 + 2 Feststoffbooster 
Gesamthöheca. 23,6 m 
Basisdurchmesserca. 1,0 m 
max. Nutzmasse150 kg (400 km Kreisbahn) 
Leermasse 
Treibstoffmasse 
Startmasse (ohne Nutzlast)um 41.000 kg  
Startschub880 kN  
Startstufe
Hersteller 
Bezeichnung(en)2 Feststoffbooster 
Längeca. 11,0 m 
Durchmesserca. 1,0 m 
Leermasseje 2.963 kg 
Treibstoffmasseje 8.637 kg 
Gesamtmasseja 10.600 kg 
Antriebje 1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff HTPB 
Startschubje 440 kN  
spezifischer Impuls (Seehöhe)229 s 
Brenndauer49 s 
1. Stufe
Hersteller 
Bezeichnung(en) 
Längeca. 10,0 m 
Durchmesserca. 1,0 m 
Leermasseca. 2.900 kg 
Treibstoffmasseca. 8.900 kg 
Gesamtmasseca. 10.800 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff HTPB 
Vakuumschub503 kN 
spezifischer Impuls (Vakuum)259 s 
Brenndauer49 s 
2. Stufe
Hersteller 
Bezeichnung(en) 
Längeca. 6,35 m 
Durchmesserca. 0,8 m 
Leermasseca. 1.200 kg 
Treibstoffmasseca. 3.200 kg 
Gesamtmasseca. 4.400 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff HTPB 
Vakuumschub267 kN  
spezifischer Impuls (Vakuum)276 s 
Brenndauer40 s 
3. Stufe
Hersteller 
Bezeichnung(en) 
Länge2,44 m 
Durchmesser0,815 m 
Leermasseca. 650 kg 
Treibstoffmasseca. 1.060 kg 
Gesamtmasseca. 1.710 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff HEF-20  
Vakuumschub91 kN  
spezifischer Impuls (Vakuum)277 s  
Brenndauer45 s 
4. Stufe
Hersteller 
Bezeichnung(en) 
Längeca. 1,4 m 
Durchmesser0,657 m 
Leermasse195 kg 
Treibstoffmasse317 kg 
Gesamtmasse512 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff HEF-20  
Vakuumschub27 kN  
spezifischer Impuls (Vakuum)281 s 
Brenndauer33 s 
Nutzlastverkleidung
Länge über Endstufeca. 5,0 m 
max. Durchmesserca. 1,0 m 
Nachdem Indien 1979 den ersten (noch erfolglosen) Testflug einer Satellitenträgerrakete unternommen hatte, lief die Entwicklung auf diesem Gebiet kontinuierlich weiter. Von 1980 bis 1983 gelang der Start von drei weiteren SLV-3 Trägerraketen, die ihre kleinen Nutzlasten auf mehr oder weniger brauchbaren Umlaufbahnen plazierten. Doch die Nutzlastkapazität von lediglich 40 kg war nicht ausreichend für die ambitionierten Pläne. Zunächst wurde das Design der SLV-3 daher um zwei Booster erweitert, die von den Abmessungen und Leistungsdaten her weitgehend der SLV-3 Erststufe entsprachen. Im Gegensatz zur Erststufe wurden die Triebwerksdüsen der Booster ab 9° aus der Längsachse gekantet. Da ausschließlich diese Triebwerke den Startschub lieferten, mußte die Erststufe für die Zündung im Flug modifiziert werden. Die Zündung der Stufe erfolgte planmäßig 3 ms nach Brennschluß der Startstufe. Das Triebwerk verfügte über Einlässe für ein Schubvektorkontrollsystem. Einige Änderungen erfolgten auch an den anderen Stufen. Die Zweitstufe war eine Modifikation des entsprechenden Triebwerks der SLV-3. Das Gehäuse bestand nun aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Der Aluminium-Anteil der Treibstoffmischung wurde von 12 auf 18% erhöht, eine stärkere Ablativschicht schützte die Triebwerksdüse. Die Drittstufe wurde direkt von der SLV-3 übernommen. Bei der Viertstufe wurden die Verbesserungen übernommen, die bereits beim letzten SLV-3 Flug erprobt worden waren. Auch hier bestand das Gehäuse nun aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (Kevlar 49). Die Treibstoffmasse konnte durch eine Verlängerung des Treibstoffblocks vergrößert werden, wobei der Längenzuwachs teilweise durch eine neue Form der gekürzten Entspannungsdüse kompensiert werden konnte. Schließlich wurde eine größere Nutzlastverkleidung aus einer Aluminium-Legierung eingeführt. Außerdem fand eine neue Flugsteuerung Verwendung. Während die Erststufe noch einer Programmsteuerung folgte, wurden die Oberstufen von einer Plattform oberhalb der Drittstufe kontrolliert. Dies alles ermöglichte nun den Start größerer und schwererer Nutzlasten. Allerdings waren die Probleme der Entwicklung wohl doch unterschätzt worden. Jedenfalls scheiterten die beiden ersten Startversuche in den Jahren 1987 und 1988. Wie sich zeigte, hatte sich die Dynamik des Gesamtsystems stärker geändert, als die Berechnungen vorhergesehen hatten. Jedenfalls dauerten die Untersuchungen nach dem zweiten Fehlstart nahezu ein Jahr und im Ergebnis wurden eine Vielzahl von Modifikationen an der Rakete vorgenommen. So wurden am Heck der Rakete beispielsweise aerodynamische Stabilisatoren eingeführt. Der nächste Flug fand erst 1992 statt und brachte einen Teilerfolg, als der mitgeführte Satellit wegen Problemen mit der Spin-Stabilisierung in einem zu niedrigen Orbit endete. Doch der vierte und letzte Start war ein voller Erfolg. Danach wurde die ASLV aber nicht mehr eingesetzt. Die ISRO konnte zwei parallele Programme, ASLV und PSLV, nicht sinnvoll managen und die ASLV war ohnehin nur als technologischer Brückenschlag zwischen der SLV-3 und der weit anspruchsvolleren PSLV konzipiert.



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