Olafs Raumfahrtkalender

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Home Trägerraketen Atlas-LV3B Mercury
Trägerraketen
Gesamtsystem
NationUSA 
Bezeichnung(en)Atlas-LV3B Mercury, Atlas-Mercury, Atlas-D Mercury  
Entwicklungszeitraum1958-1960 
erster Start09.09.1959 
Einsatzzeitraum1959-1963 
Stufenzahl1½ 
Gesamthöhe29,06 m[3]  
Basisdurchmesser3,05 m 
max. Nutzmasseca. 1.350 kg  
Leermasse 
Treibstoffmasse87.495 kg[5] 
Startmasse118.232 kg[5]  
Startschub1.631 kN[5]  
1. Stufe
HerstellerConvair Division of General Dynamics 
Bezeichnung(en)LV-3B 
Länge inkl. Nutzlastadapter21,82 m[3]  
max. Durchmesser3,05 m 
Leermasse 
Treibstoffmasse87.495 kg[5] 
Gesamtmasseca. 116.100 kg 
Antrieb1 Flüssigkeitstriebwerk Rocketdyne MA-2  
TreibstoffKerosin RP-1 + Flüssigsauerstoff 
Starttriebwerke2 x LR-89 NA-3 
Startschub1.372 kN[5]  
spezifischer Impuls (Seehöhe)248 s[4] 
Brenndauer131 s  
Marschtriebwerk1 x LR-105 NA-3 
Startschub252 kN[5]  
spezifischer Impuls (Seehöhe)215 s[4] 
Brenndauer302 s[5]  
Nutzlast (Mercury Raumschiff)
Länge inkl. Rettungsraketensystem8,55 m[6]  
max. Durchmesser1,89 m[6] 

atlas-109dZu einem Zeitpunkt, zu dem noch die Erprobung der Atlas Interkontinentalrakete mit durchaus durchwachsenen Ergebnissen lief, bestellte die NASA beim Hersteller General Dynamics 16 Atlas-D Raketen als Träger für die projektierte bemannte Mercury Raumkapsel. Angesichts des gesteckten Zeitplans für den ersten bemannten Raumflug eines US Amerikaners blieb der NASA keine andere Wahl. Denn die Atlas war die zu jener Zeit mit Abstand leistungsfähigste Rakete, deren Einsatzreife absehbar war. Für den neuen Einsatzzweck mußten einige Veränderungen an der Rakete vorgenommen werden. Zur Aufnahme der Kapsel, deren Durchmesser größer war, als der sich verjüngende Stufenabschluß, wurde ein neuer Nutzlastadapter eingeführt. Da sich die Mercury Kapsel mit einem eigenen Satz sogenannter „Posigrade” Raketen von der ausgebrannten Rakete trennen sollte, mußte ein Schutz aus glasfaserverstärktem Kunststoff über dem freiliegenden Dom des Sauerstofftanks angebracht werden. Die Veränderung der Schwerpunktlage machte auch die Verlagerung der Kreiselplattform und von Teilen der Avionik erforderlich. Eine Reihe von Maßnahmen wurde ergriffen, um das strukturelle Gewicht der Rakete zu verringern. Da man beim Start auf das „nasse” Verfahren zurückgriff, das einen sanfteren Schubaufbau erlaubte, glaubte man zunächst, die Dicke der Tankwände nochmals reduzieren zu können, um 30 kg Gewicht zu sparen. Das sollte sich als Irrtum erweisen. Im Gegenteil mußte später sogar die obere konische Tanksektion verstärkt werden, nachdem es bei einem Testflug hier zum strukturellen Versagen gekommen war. Eine bedeutsame Veränderung war auch die Einführung des Abort Sensing and Implementation System (ASIS), das zahlreiche Parameter von Rakete und Kapsel überwachen sollte, um im Notfall einen Abbruch der Mission einzuleiten. Weiterhin konnte aber auch, vor allem noch am Boden und in der ersten Flugphase, ein vordefiniertes Notfallprogramm per Funksignal ausgelöst werden. Außerdem mußte der Astronaut selbst die Möglichkeit haben, den Start abzubrechen. Grundsätzlich aber waren die Atlas Raketen für das Mercury Programm handverlesene Exemplare aus der gerade anlaufenden Serienproduktion der ersten einsatzfähigen US Interkontinentalrakete. D.h. sie bauten auf dem genialen „Ballontank” Design von Karel Bossart auf, bei dem die extrem dünnwandigen Treibstofftanks zugleich die Zelle der Rakete bildeten. Der Antrieb war 1½-stufig ausgelegt, was eine Umschreibung dafür war, daß die Rakete über drei Triebwerke verfügte, die beim Start gleichzeitig gezündet wurden. Nach etwas mehr als 2 min Flug wurden die beiden außenliegenden „Booster” Triebwerke abgetrennt, während das „Sustainer” Triebwerk weiter arbeitete.


Quellen:
[1] PETER STACHE: RAKETEN, 1980
[2] RESULTS OF THE FIRST UNITED STATES MANNED ORBITAL SPACE FLIGHT, 1962
[3] THIS NEW OCEAN: A HISTORY OF PROJECT MERCURY, 1998
[4] EUGEN REICHL: DAS RAKETENTYPENBUCH, 2007
[5] FLIGHT TEST PLAN FOR MERCURY/ATLAS BOOSTER (#113D), Januar 1962
[6] MCDONNELL MERCURY SPACECRAFT Zeichnung, undatiert



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