Olafs Raumfahrtkalender

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Home Trägerraketen Atlas-LV3C Centaur-D
Trägerraketen
Gesamtsystem
NationUSA 
Bezeichnung(en)Atlas-Centaur D (LV-3C) 
Entwicklungszeitraum 
erster Start11.08.1965 
Einsatzzeitraum1965-1967 
Stufenzahl2½ 
Gesamthöhe34,44 m[1] 
Basisdurchmesser3,05 m 
max. Nutzmasse 
Leermasse 
Treibstoffmasse128.438 kg[1] 
Startmasse137.287 kg[1] 
Startschub1.727 kN 
1. Stufe
HerstellerGeneral Dynamics, Convair Division 
Bezeichnung(en) 
Länge19,81 m 
max. Durchmesser3,05 m 
Leermasse inkl. Stufenadapter 
Treibstoffmasse114.490 kg[1]  
Gesamtmasse inkl. Stufenadapter119.066 kg[1] 
Antrieb1 Flüssigkeitstriebwerk Rocketdyne MA-5  
TreibstoffKerosin RP-1 + Flüssigsauerstoff 
Starttriebwerke2 x LR-89 
Gesamt-Startschub1.468 kN[1] 
spezifischer Impuls (Seehöhe) 
Brenndauer142 s[1] 
Marschtriebwerk1 x LR-105-5 
Startschub253 kN (Haupttriebwerk) + 2 × 3 kN (Vernier-Triebwerke)[1] 
spezifischer Impuls (Seehöhe) 
Brenndauer237 s[1] 
2. Stufe
HerstellerGeneral Dynamics, Convair Division 
Bezeichnung(en)Centaur D 
Länge mit Gerätesektion10,16 m 
max. Durchmesser3,05 m 
Leermasse 
Treibstoffmasse13.948 kg[1]  
Gesamtmasse17.187 kg[1] 
Antrieb2 Flüssigkeitstriebwerke Pratt & Whitney RL10A-3-3 
TreibstoffFlüssigwasserstoff + Flüssigsauerstoff 
Vakuumschub133 kN[1] 
spezifischer Impuls (Vakuum)442 s 
Brenndauer450..470 s 
Nutzlastverkleidung
Längeca. 6,7 m[1] 
max. Durchmesser3,05 m 
atlas-lv3c_centaur-dDie ersten für Raumfahrtmissionen eingesetzten Atlas-Raketen stammten alle aus der regulären Produktion von Atlas D Interkontinentalraketen. Ausgewählte Exemplare wurden an die besonderen Bedürfnisse von USAF oder NASA angepaßt, erhielten namentlich einen Stufenadapter zur Aufnahme einer Oberstufe. Ausgerüstet mit einer Centaur-Oberstufe entstand so die als LV-3C bezeichnete Variante, die der Erprobung der neuen Hochleistungsoberstufe Centaur diente. Die ersten fünf Atlas-Centaur waren noch echte Entwicklungsmuster, die sich von Mission zu Mission teils erheblich unterschieden. Die sechste Mission markierte dann den Beginn einer Serie von sieben Einsätzen der Centaur D, einem frühen Serienmodell. Der verbesserte RL10A-3-3 Antrieb der Centaur-Stufe kam aber erstmals bei der Mission AC-8 zum Einsatz, einige Flüge erfolgten auch noch mit dem älteren RL-10A3CM-1 Antrieb. Verbesserte Turbopumpen, eine überarbeitete Treibstoff-Einspritzung und ein von 40:1 auf 57:1 erhöhtes Entspannungsverhältnis charakterisierten die neuen Triebwerke, deren spezifischer Impuls um 11 s gesteigert werden konnte. Die zwei Triebwerke waren hydraulisch schwenkbar ausgeführt für eine wirksame Steuerung um alle drei Achsen. Während der antriebslosen Flugpase vor der Wiederzündung übernahmen kleine Peroxid-Düsen die Stabilisierung und sorgten für die minimale zum Restart erforderliche Beschleunigung. Die Atlas LV-3C Stufe entsprach bis auf wenige Anpassungen der LV-3A, die zusammen mit der Agena-Oberstufe eingesetzte wurde. Allerdings kam ein anderer Stufenadapter zum Einsatz, da die Centaur einen größeren Durchmesser als die Agena aufwies. Die Atlas LV-3C wurde von einem Autopiloten gesteuert, der unmittelbar nach dem Start ein Rollmanöver für den korrekten Startazimuth einleitete. Zur Umsetzung der Steuerkommandos konnten die Boostertriebwerke geschwenkt werden, was eine Kontrolle der Rakete um alle drei Achsen ermöglichte. In der weiteren Flugphase unter dem Schub des Marschtriebwerks stabilisierte das schwenkbare Haupttriebwerk die Rakete um Nick- und Gierachse, während die Vernier-Triebwerke die Rollkontrolle übernahmen. Die Stufentrennung erfolgte durch die Zündung von Pyroladungen am Stufenadapter und anschließend von 8 kleinen Retrotriebwerken am Heck der Atlas-Rakete. Die Nutzlastverkleidung bestand im wesentlichen aus einer Glasfaser-Wabenkonstruktion und Leichtmetall-Halbschalen. Mit den sieben Starts der Atlas LV-3C Centaur gelang es der NASA, dieses Trägersystem nach vielen Rückschlägen soweit zu perfektionieren, daß es zum Start wertvoller Nutzlasten eingesetzt werden konnte. Diese Serie begründete den Erfolg der jahrzehntelang eingesetzten Atlas-Centaur Raketenfamilie.

Quellen:
[1] NASA: ATLAS-CENTAUR AC-12 FLIGHT PERFORMANCE FOR SURVEYOR 3, November 1968



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