Olafs Raumfahrtkalender

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Home Trägerraketen Atlas V Mod. 411
Trägerraketen
Gesamtsystem
NationUSA 
Bezeichnung(en)Atlas V Mod. 411, Atlas 5 Mod. 411 
Entwicklungszeitraum 
erster Start20.04.2006 
Einsatzzeitraum2006- 
Stufenzahl2 + 1 Feststoffbooster 
Gesamthöheca. 57,3 m  
Basisdurchmesser3,81 m 
max. Nutzmasse5.950 kg (GTO 185 × 35.786 km@27,0°)
12.150 kg (200 km Kreisbahn@28,5°)  
Leermasse 
Treibstoffmasse 
Startmasse 
Startschub5.515 kN 
Feststoff-Starthilfe
HerstellerAerojet 
Bezeichnung(en)SRB  
Länge20,42 m[2]  
max. Durchmesser1,58 m[2,3]  
Leermasse 
Treibstoffmasse 
Gesamtmasse46.697 kg[2]  
Antrieb1 Feststofftriebwerk 73F[2] 
TreibstoffFeststoff HTPB 
Startschub1.688 kN[2] 
spezifischer Impuls (Seehöhe)  
Brenndauer88 s[3]  
1. Stufe
HerstellerLockheed Martin Space Systems 
Bezeichnung(en) 
Länge inkl. Stufenadapter34,98 m  
max. Durchmesser3,81 m 
Leermasse inkl. Stufenadapter22.001 kg  
Treibstoffmasse284.089 kg 
Gesamtmasse inkl. Stufenadapter 
Antrieb1 Zweikammer-Flüssigkeitstriebwerk NPO Energomash RD-180 
TreibstoffKerosin RP-1 + Flüssigsauerstoff 
Startschub3.827 kN  
spezifischer Impuls (Seehöhe)311 s  
Brenndauer (typisch)245 s 
2. Stufe
HerstellerLockheed Martin Space Systems 
Bezeichnung(en)Centaur D-3B 
Länge mit ausgefahrener Triebwerksdüse12,68 m 
max. Durchmesser3,05 m 
Leermasse2.425 kg  
Treibstoffmasse20.830 kg 
Gesamtmasse 
Antrieb1 Flüssigkeitstriebwerk Pratt & Whitney RL10A-4-2 
TreibstoffFlüssigwasserstoff + Flüssigsauerstoff 
Vakuumschub99 kN 
spezifischer Impuls (Vakuum)450 s 
Gesamt-Brenndauer894 s 
Nutzlastverkleidung
Länge12,01 m  
max. Durchmesser4,2 m 
Konstruktionsmasse2.127 kg  

atlas-v-411_av-008Im August 1995 benannte die USAF Lockheed Martin Astronautics als einen der Gewinner der ersten Phase zur Ausschreibung des Evolved Expendable Launch Vehicle (EELV) Programms. Dessen Ziel war die Schaffung einer neuen Raketenfamilie, die Dank des Einsatzes einer Reihe gemeinsamer Komponenten eine signifikante Kostenersparnis gegenüber bisherigen „Wegwerfraketen” ermöglichen sollte. Schon früh setzte Lockheed Martin bei seinem Entwurf auf das russische RD-180 Triebwerk, eine Variante des RD-170 aus dem „Energija” Programm. Erste Erfahrungen mit diesem leistungsfähigen Antrieb sammelte man ab dem Jahr 2000 mit der Atlas III Familie. Diese verband das Erbe der Atlas II mit dem neuen Triebwerk. In dieser Kombination mußte der Startschub des RD-180 sogar auf 74% gedrosselt werden, um innerhalb der strukturellen Limits der Erststufe zu bleiben. Als Lockheed Martin schließlich auch aus der zweiten EELV Ausschreibungsphase erfolgreich hervorging, ging man für den Atlas V Entwurf neue Wege. Die Erststufe (Common Core Booster - CCB) wurde konventionell neu entworfen. Alle Modelle der neuen Raketenfamilie bauten auf dieser Stufe mit einem RD-180 Triebwerk auf. Die Baureihe 400 (mit 4,2 m Nutzlastverkleidung) konnte zudem mit bis zu drei neuentwickelten Feststoffboostern mit um 3° abgewinkelten, nicht schwenkbaren Düsen bestückt werden. Die Booster waren die weltweit größten, monolithisch aus kohlefaserverstärktem Verbundwerkstoff gefertigten Feststofftriebwerke. Der CCB wurde als selbsttragende Aluminium-Struktur mit Isogrid-Tanks gefertigt. Die Stufentrennung übernahmen acht kleine Retrotriebwerke. Über einen Stufenadapter wurde der CCB mit der Centaur III Oberstufe verbunden. Diese behielt den 3,05 m Durchmesser der früheren Atlas Modelle bei, während der Erststufendurchmesser auf 3,81 m gewachsen war. Die Centaur, die gegenüber früheren Modellen in der Länge gestreckt worden war, konnte mit einem (SEC) oder zwei (DEC) RL-10A-4-2 Triebwerken bestückt werden. Strukturell basierte sie auf einem druckstabilisierten Edelstahl-Ballontank. In der Single Engine Centaur Version konnte die Düse des Triebwerks elektromechanisch geschwenkt werden. Die zwei Düsen der Dual Engine Centaur schwenkten dagegen hydraulisch. Zudem verfügten sie über eine ausfahrbare Kolumbium-Düsenverlängerung. Je nach Mission war eine mehrfache Wiederzündung der kryogenen Triebwerke möglich. Für die Baureihe 400 standen drei Nutzlastverkleidungen zur Verfügung. Sie stammten von dem Typ ab, der bereits mit der Atlas III zum Einsatz gekommen war und wurden als Stringerkonstruktion aus Aluminium gefertigt.
Das Modell Atlas V 411 bezeichnete eine Variante der Atlas V mit 4,2 m Nutzlastverkleidung, einem Feststoffbooster und mit SEC Oberstufe.


Quellen:
[1] ULA: ATLAS V LAUNCH SERVICES USER'S GUIDE, März 2010
[2] Lockheed Martin Corporation: ATLAS V PROPULSION - POWERED BY INNOVATION, 2006
[3] ULA Website, April 2010



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