Olafs Raumfahrtkalender

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Trägerraketen
Gesamtsystem
NationUSA 
Bezeichnung(en)Juno I (fälschlich auch Jupiter-C) 
Entwicklungszeitraum1954-1958 
erster Start01.02.1958 
Einsatzzeitraum1958 
Stufenzahl
Gesamthöhe21,72 m 
Basisdurchmesser1,78 m 
max. Nutzmasse20 kg (500 km Kreisbahn) 
Leermasseca. 6.500 kg 
Treibstoffmasse 
Startmasseca. 28.500 kg 
Startschub370 kN 
1. Stufe
HerstellerChrysler Corp. 
Bezeichnung(en) 
Länge14,86 m 
Durchmesser1,78 m 
Leermasse 
Treibstoffmasse 
Gesamtmasseca. 28.000 kg 
Antrieb1 Flüssigkeitstriebwerk Rocketdyne A-6 
TreibstoffHydine + Flüssigsauerstoff 
Startschub370 kN 
spezifischer Impuls (Seehöhe)235 s 
Brenndauer150..155 s 
2. Stufe
HerstellerJet Propulsion Laboratory 
Bezeichnung(en) 
Länge des „Köchers”1,30 m 
Durchmesser des „Köchers”0,86 m 
Leermasse 
Treibstoffmasse 
Gesamtmasse327 kg 
Antrieb11 Feststofftriebwerke Thiokol „Recruit”  
TreibstoffFeststoff T17-E2 
Vakuumschub11 × 8 kN 
spezifischer Impuls (Vakuum)227 s 
Brenndauer6..6,5 s 
3. Stufe
HerstellerJet Propulsion Laboratory 
Bezeichnung(en) 
Länge1,30 m 
Triebwerksdurchmesser0,41 m 
Leermasse 
Treibstoffmasse 
Gesamtmasse94 kg 
Antrieb3 Feststofftriebwerke Thiokol „Recruit”  
TreibstoffFeststoff T17-E2 
Vakuumschub3 × 8 kN 
spezifischer Impuls (Vakuum)227 s 
Brenndauer6..6,5 s 
4. Stufe
Bezeichnung(en) 
Länge ohne Nutzlast1,07 m 
Durchmesser0,15 m 
Leermasse 
Treibstoffmasse 
Gesamtmasse27 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk Thiokol „Recruit”  
TreibstoffFeststoff T17-E2 
Vakuumschub8 kN 
spezifischer Impuls (Vakuum)235 s 
Brenndauer6..6,5 s 
Nutzlastverkleidung
Länge0,86 m 
max. Durchmesser0,15 m 
juno-iDie Juno I, die erste einsatzbereite Satellitenträgerrakete der USA basierte auf der taktischen Boden-Boden-Rakete Redstone. Deren Ursprünge wiederum reichten bis in das Jahr 1944 zurück, als die Entwicklung einer Langstreckenrakete im Rahmen des Projektes „Hermes” begann. Die Verantwortung für das Projekt ging 1951 an das Redstone Arsenal in Huntsville, Ala. über. Unter Leitung der deutschen Raketenexperten um Wernher von Braun machte das Programm rasche Fortschritte. Am 20.08.1953 fand der erste Flug eines Testmodells der nunmehrigen Redstone-Rakete statt. 1956 lief die Serienfertigung der einstufigen taktischen Rakete bei der Chrysler Corporation an und das erste Battalion mit Redstone-Raketen wurde aufgestellt. Gleichzeitig erteilte das DoD der ABMA, die mittlerweile die Verantwortung für das Programm übernommen hatte, die Erlaubnis zum Start von 12 modifizierten Jupiter-C Raketen. Diese Forschungsrakete verfügte über zusätzliche Feststoffoberstufen und diente der Erprobung des Wiedereintrittsverhaltens von verschiedenen Sprengkopfattrappen. Bereits beim ersten Start am 20.09.1956 erreichte dabei die Rakete RS-27 rund 1.100 km Gipfelhöhe und flog über eine Distanz von etwa 5.370 km. Und am 08.08.1957 konnte die U.S. Army die geglückte Bergung eines maßstäblich verkleinerten Nasenkonus einer Jupiter-Rakete melden. Bei diesem Flug war die eigentlich vorgesehene vierte Raketenstufe mit Sand als Ballast anstelle von Treibstoff gefüllt. Anderenfalls hätte der Nasenkonus eine Erdumlaufbahn erreicht - und dies zwei Monate vor Sputnik 1! Jedenfalls veranlaßte der zuständige General John B. Medaris, daß die restlichen 9 Raketen für bedeutendere Aufgaben eingelagert wurden. Und als angesichts der sowjetischen Raumfahrterfolge und der Probleme mit der Vanguard-Rakete die U.S. Army die Erlaubnis zum Start eines Satelliten erhielt, konnten die Vorbereitungen dazu innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen werden. Die Pläne hierzu hatte Wernher von Braun bereits 1954 für sein Projekt „Orbiter” ausgearbeitet. Gegenüber der Redstone-Rakete verfügte die Juno I über vergrößerte Tanks und ein modifiziertes Erststufentriebwerk, das nun die höherenergetische Treibstoffkombination Hydine (60% UDMH und 40% Diethylentriamin) verbrannte. Die Oberstufen bestanden aus Bündeln von Feststoffraketen des Typs „Recruit”, im Prinzip verkleinerten „Sergeant” Raketen. Ein Elektromotor im Kopfteil der Grundstufe versetzte die Oberstufen vor der Trennung zur Stabilisierung der Flugbahn in Rotation. Beim ersten Start mit Explorer I trug die Rakete RS-29 im Gegensatz zu späteren Missionen keinerlei Nutzlastverkleidung. Auch wurde die Stufentrennung der Erststufe und Zündung der Zweitstufe noch per Funkkommando vom Boden aus eingeleitet. Die Zündung und Trennung der weiteren Stufen besorgte eine einfache Zeitschaltuhr. Ab dem zweiten Flug übernahm dies eine Einrichtung an Bord der Rakete. Von insgesamt 6 Einsätzen über einen Zeitraum von 9 Monaten waren 2 ein voller und 1 ein teilweiser Erfolg. Die anderen 50% waren Totalversager. Dennoch spielte die Juno I eine herausragende Rolle als Trägerrakete der ersten erfolgreichen Forschungssatelliten der USA.



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