| Gesamtsystem | |
| Nation | Sowjetunion |
| Bezeichnung(en) | Kosmos, Projekt 63S1 |
| Entwicklungszeitraum | 1959-1961 |
| erster Start | 27.10.1961 (Fehlstart) |
| Einsatzzeitraum | 1961-1966 |
| Stufenzahl | 2 |
| Gesamthöhe | um 30 m |
| Basisdurchmesser | 1,65 m |
| max. Nutzmasse | |
| Leermasse | |
| Treibstoffmasse | |
| Startmasse | ca. 49.400 kg |
| Startschub | 627 kN |
| 1. Stufe | |
| Hersteller | |
| Bezeichnung(en) | |
| Länge | |
| Durchmesser | 1,65 m |
| Leermasse | |
| Treibstoffmasse | |
| Gesamtmasse | |
| Antrieb | 1 Vierkammer-Flüssigkeitstriebwerk RD-214 (Erzeugnis 8D59) |
| Treibstoff | AK-27I + TM-185 |
| Startschub | 627 kN |
| spezifischer Impuls (Seehöhe) | 227 s |
| Brenndauer | 140 s |
| 2. Stufe | |
| Hersteller | |
| Bezeichnung(en) | |
| Länge | ca. 8,5 m |
| Durchmesser | 1,65 m |
| Leermasse | |
| Treibstoffmasse | |
| Gesamtmasse | |
| Antrieb | 1 Flüssigkeitstriebwerk RD-119 (Erzeugnis 8D710) |
| Treibstoff | UDMH + Flüssigsauerstoff |
| Vakuumschub | 106 kN |
| spezifischer Impuls (Vakuum) | 352 s |
| Brenndauer | 260 s |
| Nutzlastverkleidung | |
| Länge | |
| max. Durchmesser | 1,65 m |
Nach den ersten erfolgreichen Sputnik Starts wurde 1959 in der Sowjetunion der Bedarf nach einer leichten Trägerrakete deutlich, die sich zum Start kleiner Forschungssatelliten oder militärischer Nutzlasten eignete. Mit der R-12 (Erzeugnis 8K63) fand sich ein geeignetes (militärisches) Ausgangsmodell im Inventar der Streitkräfte. Diese erste in großer Stückzahl produzierte und stationierte sowjetische Mittelstreckenrakete ging auf einen Entwurf aus dem Forschungsinstitut NII-88 zurück. Unter Leitung von Dominik D. Sewruk hatte das dortige OKB-3 ein leistungsfähiges Triebwerk mit hochsiedenden Treibstoffkomponenten (Kerosin und Salpetersäure) entwickelt. Zwar wurde der R-12 Entwurf so nicht umgesetzt. Doch nach einer Prüfung durch das OKB-1 von Sergej P. Koroljow konnte das dort überarbeitete Projekt an das Werk No. 586 (heute JuschMasch) in Dnepropetrowsk übergeben werden. Die Rakete verfügte nun über ein Vierkammertriebwerk RD-214 mit regelbarem Schub aus dem OKB-456 von Valentin P. Gluschko, das auf dem Einkammertriebwerk Sewruks basierte. Die weitere konstruktive Auslegung lag zunächst in den Händen von Chefkonstruktuer Wassili S. Budnik. 1954 löste ihn Michail K. Jangel ab. Die Zelle der Erststufe wurde überwiegend aus einer AlMg-Legierung gefertigt, die Baugruppen verschweißt. Im mit Stringern versteiften Heck wurde das Triebwerk starr montiert. Zur Steuerung waren vier Graphit-Strahlruder im Abgasstrahl vorgesehen. Die vier Brennkammern des Triebwerks wurden von einer gemeinsamen Turbopumpe mit den Treibstoffkomponenten versorgt. In einem Toroidtank war 80%iges Wasserstoffperoxid untergebracht (H2O2), das, katalytisch zersetzt, den Dampf zum Antrieb der Turbopumpe lieferte. Zur Zündung wurde TG-02, das russische Äquivalent zum deutschen Tonka-250, eingespritzt. Zum Einbau des Triebwerks war das Heck der Rakete konisch aufgeweitet worden, was zusammen mit vier aerodynamischen Leitflächen zudem der Stabilisierung im Flug diente. Das RD-214 Triebwerk selbst wurde im Permer Motorenwerk No. 19 zur Serienreife entwickelt und produziert.
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