Olafs Raumfahrtkalender

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Trägerraketen
Gesamtsystem
NationIndien (ISRO) 
Bezeichnung(en)SLV-3  
Entwicklungszeitraum1970-1979 
erster Start10.08.1979 (Fehlstart) 
Einsatzzeitraum1979-1983 
Stufenzahl
Gesamthöheca. 23,6 m  
Basisdurchmesser1,00 m 
max. Nutzmasseca. 40 kg (400 km Kreisbahn) 
Leermasse 
Treibstoffmasse 
Startmasse17.610 kg 
Startschub420 kN 
1. Stufe
HerstellerISRO 
Bezeichnung(en) 
Längeca. 10,0 m 
Durchmesser1,00 m 
Leermasse2.140 kg 
Treibstoffmasse8.660 kg 
Gesamtmasse10.800 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff PBAN  
Startschub420 kN  
spezifischer Impuls (Seehöhe) 
Brenndauer49 s  
2. Stufe
HerstellerISRO 
Bezeichnung(en) 
Längeca. 6,4 m 
Durchmesser0,80 m 
Leermasse1.750 kg 
Treibstoffmasse3.150 kg 
Gesamtmasse4.900 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff PBAN  
Vakuumschub196 kN 
spezifischer Impuls (Vakuum) 
Brenndauer40 s  
3. Stufe
HerstellerISRO 
Bezeichnung(en) 
Längeca. 2,3 m 
Durchmesser0,82 m 
Leermasse440 kg 
Treibstoffmasse1.060 kg 
Gesamtmasse1.500 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff HEF-20  
Vakuumschub64 kN  
spezifischer Impuls (Vakuum) 
Brenndauer45 s 
4. Stufe
HerstellerISRO 
Bezeichnung(en) 
Längeca. 1,5 m 
Triebwerksdurchmesser0,66 m 
Leermasse98 kg 
Treibstoffmasse262 kN 
Gesamtmasse360 kg 
Antrieb1 Feststofftriebwerk 
TreibstoffFeststoff HEF-20  
Vakuumschub30 kN 
spezifischer Impuls (Vakuum) 
Brenndauer33 s  
Nutzlastverkleidung
Länge über Endstufeca. 2,2 m 
max. Durchmesserca. 0,8 m 
slv-3Ende der 60er Jahre verstärkte Indien seine Anstrengungen auf dem Gebiet der Raketentechnik. Es entstanden größere und mehrstufige Höhenforschungsraketen. Mit ihnen erfolgten sowohl wissenschaftliche Forschungen wie auch angewandte meteorologische Untersuchungen. Von diesem Entwicklungsstand war der Schritt nicht mehr sehr weit bis zu einem nationalen Raumfahrtprogramm. 1970 wurde offiziell mit der Entwicklung eines eigenen Satellitenträgers begonnen. Ein neues Raumfahrt Test- und Startgelände entstand in Sriharikota am Golf von Bengalen. Bei der Rakete nahm man sich das feststoffgetriebene amerikanische Scout Modell zum Vorbild. Wie dieses wurde die SLV-3 als vierstufige Feststoffrakete ausgelegt. Allerdings geriet die Konstruktionsmasse der Rakete sehr hoch, so daß nur eine sehr bescheidene Nutzlastkapazität von rund 40 kg erreicht wurde. Die Struktur der ersten und zweiten Stufe bestand aus 15CDV6 Stahl. Da die indische Technologie die Fertigung eines monolitischen Treibstoffblocks in der für die Erststufe erforderlichen Größe nicht erlaubte, mußte diese zudem aus drei Segmenten zusammengesetzt werden. Die dritte und vierte Stufe verfügten dagegen bereits über Motorgehäuse aus faserverstärktem Kunststoff. Alle Stufen wurden durch aus Aluminium gefertigte Stufenadapter miteinander verbunden. Die Erststufe verfügte über verstellbare aerodynamische Flächen und ein Schubvektor-Kontrollsystem. Zur Kontrolle der Zweitstufe wurde ein System aus kleinen Zweistoff-Triebwerken eingesetzt, während bei der Drittstufe Einstoff-Triebwerke Verwendung fanden. Die letzte Raketenstufe schließlich wurde spinstabilisiert. Trotz einer Reihe von Rückschlägen und Fehlstarts bereits innerhalb des weniger anspruchsvollen „Rohini” Höhenraketenprogramms führte die nahezu zehnjährige Entwicklung letztlich zu einem einsatzfähigen Satellitenträger. Das Flugprofil der SLV-3 sah zum Erreichen der Umlaufbahn zwei antriebslose Freiflugphasen vor. Die erste nach Brennschluß der Zweitstufe, die zweite vor der Zündung der Viertstufe. Die Lenkung der Rakete übernahm ein System zur Schubvektorkontrolle. Dieses versagte beim Jungfernflug 1979, als ein klemmendes Ventil zu einem Oxidatorleck führte. Die Flugbahn der Rakete folgte einem vorprogrammierten Programm. Drei weitere Starts der SLV-3 1980 bis 1983 verliefen erfolgreich, wobei bei einem Flug jedoch wegen technischer Probleme die Bahn deutlich verfehlt wurde. Mit der SLV-3 hatte Indien aber den Aufbau einer eigenen Raumfahrtinfrastruktur erfolgreich realisiert. Außerdem bildete die Rakete die Grundlage für die stärkere, wenn auch wenig erfolgreiche, ASLV Rakete. Letztlich erreichte Indien nach 20 Jahren sogar die Unabhängigkeit von ausländischen Trägerraketen selbst für das Segment geostationärer Satelliten. Allerdings um den Preis eines vorübergehend verstärkten Einsatzes von Lizenzbaugruppen.



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