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Samstag,

01.02.1958

Jupiter-C mit Explorer I

Explorer I

Nach einer Reihe von Rückschlägen im offiziellen Satellitenprogramm, Vanguard, konnten die USA am 01.02.1958 endlich den erfolgreichen Start ihres ersten Satelliten verbuchen. Allerdings gelang der Start nicht der Vanguard-​Mannschaft, sondern dem US-​Army Team um Wernher von Braun. Der Start von Explorer I war ursprünglich für den 29.01.1958 geplant gewesen, mußte aber wegen zu starker Höhenwinde verschoben werden. Da der Start der nächsten Vanguard Rakete für den 03.02.1958 terminiert war, mußte die Juno I mit Explorer spätestens am 31.01.1958 gestartet sein um die Bodeninstallationen für den nächsten Countdown freizuhaben. Schließlich hob die modifizierte Jupiter-​C — Seriennummer RS-​29, am 01.02.1958 um 03:48 UTC (Ortszeit 31.01.1958 22:48 EST) von Cape Canaveral ab. Alle vier Stufen der Rakete arbeiteten planmäßig und beförderten den Satelliten Explorer I auf eine stabile Umlaufbahn. Der zylindrische Satellit war unter Leitung von Josef Boehm, einem deutschen Techniker der ABMA, entwickelt worden. Batterien speisten die drei Experimente an Bord: einen Geiger-​Zähler von Dr. James A. van Allen und zwei Mikrometeoriten-​Detektoren von Dr. Edward R. Manring vom U.S. Air Force Cambridge Research Center. Bekanntheit erlangte vor allem das Experiment zur Strahlungsmessung, da Dr. van Allen bei der Auswertung der Daten die später nach ihm benannten Strahlungsgürtel der Erde entdeckte. Bis zum 23.05.1958 konnten Meßdaten von Explorer I empfangen werden. Dann waren die Batterien erschöpft. Neben dem unbestreitbaren wissenschaftlichen Wert hatte Explorer I aber primär einen politischen Effekt. Endlich war es den USA gelungen, den sowjetischen Erstleistungen im Wettlauf um die Vorherrschaft im Weltraum etwas entgegenzusetzen. Das US Army Team aus Huntsville hatte mit Explorer I das Versprechen eingelöst, das von Braun wenige Tage nach dem Start des ersten Sputnik gegeben hatte. Zwar hatte es etwas länger als die damals angenommenen 90 Tage gedauert. Doch die schon 1956 (noch mit inerter Viertstufe) erprobte Trägerrakete hatte ihre Eignung und relative Zuverlässigkeit eindrucksvoll demonstriert.