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Dienstag,

13.10.1959

Eine Juno II der US Army startete am 13.10.1959 von LC-​5 auf Cape Canaveral den Forschungssatelliten Explorer VII bzw. S-​1A. Der Satellit war von der ABMA unter Federführung von Dr. Ernst Stuhlinger für die NASA entworfen und gebaut worden. Bis zum 24.08.1961 lieferte er Daten zur solaren Strahlung, zur Intensität der Röntgen– und UV-​Strahlung, zur harten kosmischen Strahlung, zur Zusammensetzung der irdischen Ionosphäre und zur Mikrometeoritendichte. Ausgelegt war seine Mission aber auf lediglich ca. ein Jahr gewesen. Der erste Sender fiel bereits Anfang Dezember 1959 aus, nachdem seine Batterien erschöpft waren. Damit endeten auch die Übertragungen der Mikrometeoriten-​Detektoren. Ab Mitte Juni 1960 wurden fehlerhafte Übertragungen auf einem Kanal des verbliebenen Senders beobachtet und ab September 1960 wurde das Signal im Erdschatten spürbar schwächer. Nach einem Jahr sollte eine Zeitschaltuhr den 20 MHz Sender des Satelliten deaktivieren, was allerdings aus nicht sicher zu bestimmenden Gründen nicht erfolgte. Wahrscheinlich war die Timer-​Schaltung aber schon beim Start ausgefallen. Wegen dieses Versagens konnten noch für weitere Monate sporadisch Meßdaten empfangen werden, allerdings blieb so auch die Sendefrequenz bis zum August 1961 blockiert.
Der Start der Rakete hatte sich unter ungewöhnlichen Umständen verzögert. Während die Juno II mit der Seriennummer AM-​19A zum Start vorbereitet wurde, erfolgte am 15.09.1959 auf Cape Canaveral ein Teststart einer militärischen Jupiter Rakete. Unmittelbar nach dem Abheben von AM-​23 geriet diese jedoch außer Kontrolle und nach 13 s Flug löste der Selbstzerstörungsmechanismus aus. Herabstürzende Trümmer beschädigten die bereitstehende Juno II. Im Nasenkonus von AM-​23 hatten sich übrigens mehrere Versuchstiere befunden, da der Flug ähnlich verlaufen sollte, wie die Mission von „Able“ und „Baker“ mit AM-​18 im Mai 1959.