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Mittwoch,

23.01.2019

Blue Origin, das private Raumfahrtunternehmen des Amazon-​Gründers Jeff Bezos, hatte für den 18.12.2018 den zehnten Testflug seiner Einstufenrakete New Shepard angekündigt. Auch wenn das primäre Ziel dieses Unternehmens die Perfektionierung der Abläufe und Systeme für bemannte touristische (suborbitale) Raumflüge war, sollten auch diesmal wieder einige wissenschaftliche Experimente mitgeführt werden. Neun davon wurden von der NASA gesponsert. Die New Shepard Flüge waren zuletzt Routine geworden, nachdem auch die Erprobung der Notfallprozeduren bei anormalen Flugkonditionen erfolgreich abgeschlossen worden war. Vielfach erfuhr Blue Origin daher auch Kritik, weil eine substanzielle Weiterentwicklung nicht erkennbar war. Ein konkreter Termin für die Aufnahme bemannter Flüge stand auch noch aus. Überraschend kam daher am 18.12.2018 die Absage des geplanten Starts. Als Grund wurden technische Probleme mit der Bodeninfrastruktur genannt. Für noch mehr Erstaunen sorgte zwei Tage später die Bekanntmachung, den Start bis ins kommende Jahr zu verschieben, obwohl der Defekt vom 18.12. inzwischen behoben worden war. Weitere technische Probleme bedurften einer gründlichen Bewertung. Am 21.01.2019 ließen starke Höhenwinde einen Start nicht zu. Doch am 23.01.2019 konnte die NS-​10 Mission endlich stattfinden. Die Rakete hob um 15:05 UTC vom Testgelände im Culberson County, Texas, ab und stieg vertikal auf. Nach ihrer Abtrennung erreichte die PM3 Kapsel eine Gipfelhöhe von knapp 107 km. Während sie später am Fallschirm in der texanischen Wüste landete, ging die Rakete nach ihrem vierten Einsatz sicher auf der Landefläche nieder. Die Aufnahme bemannter Flüge wurde mittlerweile für Ende des Jahres angekündigt…