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Start einer Thor-​SLV2A Agena-​D am 02.07.1964 von der WTR

Strenger Geheimhaltung unterlag der Start einer Thor-​SLV2 A Agena-​D am 02.07.1964. Die von der Vandenberg AFB gestartete Rakete beförderte einen großen ELINT Satelliten auf eine Umlaufbahn. Mangels einer offiziellen Bezeichnung erhielt die Nutzlast von Beobachtern die Bezeichnung Ferret 6 bzw. wurde unter der USAF Bezeichnung für die Startkampagne, OPS 3395, geführt. Alle weiteren Details blieben noch fünf Jahrzehnte unter Verschluß. Dann veröffentlichte das NRO immerhin einige Dokumente mit Bezug zu den frühen ELINT/SIGINT Programmen. Darin fand sich auch die Bezeichnung Project 698BK Group 2-​D für das Programm, dem der am 02.07.1964 gestartete Satellit entstammte. Demnach bestand die Aufgabe der 698BK VI Mission darin, die Radarsignale sowjetischer Flugabwehr– und Antiraketenstellungen abzufangen und mittels eines Hochgeschwindigkeitsbandgeräts aufzuzeichnen. Beim Überflug einer US Bodenstation wurden diese Informationen dann verschlüsselt übertragen. Ziel war es, sowohl die Charakteristika der Systeme zu ermitteln und damit ihre Leistungsfähigkeit abzuschätzen, als auch eine möglichst präzise und vollständige Kartierung ihrer Standorte zu erreichen. FTV-​2315  lieferte für fünf (andere Quellen sprechen von siebzehn) Tage die gewünschten Informationen. Mit insgesamt drei Frequenzbereichen (2,5 – 3,25 GHz, 8,2 – 12,4 GHz und 59 – 130 MHz) deckte Mission 7155 das bis dahin größte Spektrum innerhalb des Programms ab.
Wie auch bei anderen Missionen dieses Programms trug die Agena diesmal wieder eine zusätzliche ELINT Nutzlast mit eigenständiger Mission. Mit dem BIRD DOG Geheimprogramm verfolgte das SAC (Strategic Air Command) ebenfalls die Idee, die Standorte sowjetischer Flugabwehrraketenstellungen präzise zu kartieren. Das hierfür genutzte Verfahren der Interferometrie lieferte, vor allem kombiniert mit weiteren Datenquellen, sehr gute Ergebnisse. Die Auswertung oblag der NSA (National Security Agency). Die diesmal geflogene BIRD DOG I Nutzlast war effektiv die zweite des Programms (Mission 7211). Wie die erste Nutzlast vier Monate zuvor scannte auch die zweite sehr gezielt nach Radarsignaturen im Frequenzspektrum zwischen 4,95 und 5,08 GHz (nach damaliger Nomenklatur C-​Band). Eine unmittelbare Lokalisierung der Emitter war nicht vorgesehen, jedoch eine Bestimmung der Signalrichtung. Dazu wurde der Einsatz einer Phased Array Antenne erprobt. Zum Schutz vor befürchteten sowjetischen Versuchen, den Satelliten aktiv per Radar zu verfolgen und womöglich gar in seine Datenübertragung einzubrechen, flog auch diesmal wieder die STOPPER Nutzlast (Mission 7009) auf der Agena. Für ihren eigentlichen Einsatzzweck erwiesen diese Pakete sich zwar als weitgehend ungeeignet, doch fanden sich bei der Auswertung der aufgezeichneten Signale immer wieder interessante Hinweise auf Signalquellen, die dann von SIGINT Satelliten näher untersucht wurden.