08.04.1966
OAO 1 (OAO-A1 , S-18) war der erste große astronomische Satellit der USA. Er gehörte zu den frühesten konkreten Projekten der NASA und sollte eigentlich schon 1962/63 gestartet werden. Es gab in der Entwicklungs– und Bauphase jedoch eine Reihe von Problemen, die zu wiederholten Verzögerungen des Programms führten. Kritisch erwies sich u.a. der Abbruch der Entwicklung der Atlas-Vega Trägerrakete. Auf deren Oberstufendurchmesser von 3 m hatte man den OAO Satelliten ausgelegt. Um mit der einzig verfügbaren Alternative, der Atlas-Agena, starten zu können, mußte extra eine neue Nutzlastverkleidung entwickelt und flugqualifiziert werden, die nicht nur den Satelliten, sondern auch die gesamte Oberstufe umschloß. Nach fünf Startverschiebungen, bedingt durch schlechtes Wetter und technische Probleme, gelang am 08.04.1966 schließlich mit der Atlas-SLV3 B Agena-D (die ein Unikat bleiben sollte) von Cape Canaveral der Start des ersten Orbiting Astronomical Observatory. Drei Tage später sollten die astronomischen Beobachtungen aufgenommen werden. Insgesamt trug der Satellit vier große Instrumentenkomplexe: sieben UV-Teleskope, einen Detektor für hochenergetische Gammastrahlung, einen Gaszähler zur Messung der Röntgenstrahlung und einen Detektor für niedrigenergetische Gammastrahlung. Am 10.04.1966 entdeckte man jedoch eine Überhitzung in einer der Batterien des Satelliten. Probleme gab es auch mit der Lageregelung. Nach drei Tagen im Orbit fiel schließlich das gesamte Energieversorgungssystem des Satelliten und damit die Funkverbindung aus. Das anspruchsvolle Projekt war gescheitert. Die kostspielige Mission war verloren, ohne auch nur die geringsten astronomischen Forschungsergebnisse geliefert zu haben. Das rief eine Reihe von Kritikern auf den Plan, die Zweifel am Konzept eines derart teuer instrumentierten Satelliten äußerten. Die Erfolge späterer OAO Satelliten rehabilitierten das Programm jedoch eindrucksvoll.


