Von der Vandenberg AFB startete am 03.06.1966 eine Atlas-SLV3 Agena-D der USAF. Sie brachte den GAMBIT Detailaufklärer OPS 1577 auf eine niedrige Erdumlaufbahn. Die Fotos seines KeyHole KH-7 Kamerasystems wurden nach etwas mehr als sechs Tagen zur Erde zurückgeführt. Die Mission war die einzige des gesamten Programms, bei der keine retrograde Umlaufbahn genutzt wurde, sondern mit 87° nahezu exakt eine klassische polare Umlaufbahn. Welche spezielle Mission dieser Satellit flog ist aber weiterhin nicht bekannt.
Bei diesem Start gelangte auch eine kleine sekundäre, fest mit der Agena-D verbundene, Nutzlast (Module 453) auf eine Umlaufbahn, die annähernd der des Fotoaufklärers entsprach. Welche Aufgaben dieses auch als OPS 1856 bzw. AAS 6 bezeichnete Objekt gehabt haben könnte, ist nicht klar. Für die funkelektronische Aufklärung ist eine solche Bahn jedenfalls eher ungeeignet. In jüngerer Zeit freigegebene Dokumente weisen zudem aus, daß auf der Agena (auch?) ein BIT II Radardetektor von Sylvania Electronic Systems aus Mountain View, Kalifornien geflogen war. Ursprünglich entwickelt, um sowjetische Versuche die US Aufklärungssatelliten per Radar zu verfolgen, rechtzeitig zu entdecken, hatten diese sich zunehmend zu einer vollwertigen SIGINT Nutzlast entwickelt, die mittlerweile den ganzen Frequenzbereich zwischen 150 und 300 MHz nach interessanten Signalmustern scannte. Der Mitflug bei einer Atlas-Agena Mission war eine seltene Ausnahme. Gewöhnlich flogen die BIT Pakete auf den Agenas von mit Thor bzw. Thorad gestarteten CORONA Fotoaufklärern.

