16.06.1966
Mit dem Start von sieben Satelliten des Typs IDCSP begannen die USA am 16.06.1966 den Aufbau eines weltweiten Netzes militärischer Kommunikationssatelliten, des Initial Defense Satellite Communications System. Nach dem Start mit einer Titan-IIIC von Cape Canaveral bildeten die Satelliten durch unterschiedliche Abtrenngeschwindigkeiten von der Transtage Oberstufe jeweils ein System auf subsynchronen Bahnen. Ein Grundgedanke eines solchen Netzwerkes war, die Abhängigkeit von einem einzelnen geostationären Satelliten zu vermeiden. Bei Ausfall eines einzelnen IDCSP Satelliten sollte immer ein Ersatzsatellit im Funksichtbereich ansprechbar sein. Damit konnte für etwa 85% eines Tages die Funkverbindung zwischen Washington und London aufrechterhalten werden und sogar für 98% des Tages zwischen Kalifornien und Hawaii. Wichtigste Übertragungsstrecke wurde aber zunehmend die Verbindung zwischen den USA und Vietnam, wo zunächst die US Militärberater und später auch die Kampftruppen mit militärischen Daten und Satellitenbildern versorgt werden mußten. Neben IDCSP 1 – 1 , IDCSP 1 – 2 , IDCSP 1 – 3 , IDCSP 1 – 4 , IDCSP 1 – 5 , IDCSP 1 – 6 und IDCSP 1 – 7 (auch als IDCSP 1 bis IDCSP 7 bezeichnet) gelangte noch ein achter Satellit auf seine Bahn. GGTS (Gravity Gradient Test Satellite) ähnelte den sieben anderen IDCSP Satelliten, verfügte jedoch über zwei Ausleger mit Massen und sollte so klären, ob das Verfahren der Gravitationsgradientenstabilisierung für IDCSP Satelliten geeignet war. GGTS setzte damit die Versuche mit den GGSE und TRAAC Satelliten aus den frühen 1960er Jahren fort. Die Ingenieure hofften, innerhalb von 60 Tagen nach dem Start eine Stabilisierung auf ±8° um die x– und y-Achse zu erreichen. Die Qualität dieses Experiments litt jedoch darunter, daß einer der Dämpfer magnetisch „kontaminiert“ war.

