Mit Erstaunen verfolgten ausländische Beobachter die rasche Folge, mit der China im Juli und August 2011 innerhalb von weniger als zwei Monaten drei Shijian 11 Satelliten startete. Ein erstes Exemplar war bereits Ende 2009 von Jiuquan aus auf seine Bahn befördert worden. Offenbar plante man nun, möglichst rasch eine Konstellation derartiger Satelliten aufzubauen. Über deren Aufgabenstellung konnte mangels konkreter offizieller Angaben auch nur gerätselt werden. Vermutet wurde ein Netz von Frühwarnsatelliten. Doch dessen Aufbau kam am 18.08.2011 zunächst zum Stillstand. Denn die CZ-2C-III Rakete mit Shijian 11 – 04 geriet nach ihrem Start außer Kontrolle und stürzte ab. Da der Fehler in der zweiten Stufe vermutet wurde, die praktisch in allen chinesischen Trägerraketen baugleich war, sprach man zunächst ein umfassendes Startverbot aus. Auch wenn die chinesischen Medien nur spärlich über den Fehlstart berichteten, wurde doch schon nach zwei Wochen das Ergebnis der Untersuchungen bekanntgegeben. Demnach war es zu einem mechanischen Versagen im Bereich der Aufhängung eines der Vernier-Triebwerke gekommen. Ein grundlegender konstruktiver Fehler lag nicht vor. Mit der Auflage von verstärkten Kontrollen konnte damit nach rund einem Monat das Startverbot aufgehoben werden.
