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Start des Arktika-M 1 Satelliten
Arktika-M 1 Startvorbereitung
Einschieben der Nutzlast in die Nutzlastverkleidung
MSU-GS/M Sensorbild von Arktika-M 1

Den ersten Satelliten des hydrometeorologischen Komplexes Arktika-​M startete Rußland am 28.02.2021 von Baikonur. Die Idee zum Aufbau einer Mehrzweck-​Satellitenkonstellation speziell zur Abdeckung der polnahen russischen Territorien war bereits kurz nach der Jahrtausendwende ausgearbeitet worden. Untersucht wurden Satelliten mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen. So sollte die Gewinnung meteorologischer Daten in der Region ebenso verbessert werden wie die Mobilfunkversorgung. Aber auch Navigationsdaten für die Luft– und Seefahrt wollte man per Satellit verbreiten und Erderkundung betreiben. Obwohl die Realisierung von der russischen Regierung 2008 zugesagt worden war, blieb die Finanzierung lange Zeit dürftig. Lediglich beim Teilprogramm Arktika-​M gab es überhaupt erkennbare Fortschritte. Doch der ursprünglich für 2013/14 angekündigte Start des ersten Satelliten verschob sich im Laufe der Entwicklung auf 2017/18 und fand nun de facto erst 2021 statt. Die von NPO Lawotschkin gebauten Satelliten sollten primär meteorologische Daten erheben. Der entsprechende Sensorkomplex MSU-​GS/WE, ein Multispektral-​Scanner, taugte aber auch zur Gewinnung hydrologischer, forst– und landwirtschaftlicher, Klima– und Umweltdaten. Er ähnelte dem auf den geostationären meteorologischen Satelliten Elektro-​L verbauten MSU Komplex. Weiterhin war die solar-​physikalische Instrumentensuite GGAK-​WE an Bord. Und ein Transponder für die Signale von KOSPAS-​SARSAT Notfallbaken. Dazu kamen Datenrelais-​Funktionen für Sensoren des meteorologischen und hydrologischen Dienstes wie auch eine Kapazität für die Zweiwege-​Kommunikation von RosHydroMet Stationen (401 – 403 MHz Uplink und 1.697 – 1.698 MHz Downlink). Die Satelliten waren zum Einsatz auf stark inklinierten hochelliptischen Bahnen mit dem Apogäum über der Nordhalbkugel der Erde konzipiert und basierten auf dem „Navigator“ Bus. Der Betrieb war anfänglich (ab 2023?) im Paar mit einem zweiten Exemplar vorgesehen. Bis 2025 sollte die Konstellation dann auf vier Satelliten anwachsen. Arktika-​M 1  wurde mit einer Sojus-2.1b 14A14 mit Fregat 14S44 Bugsierstufe gestartet. Für den Start im Staatsauftrag wurde eine der ältesten Sojus Raketen aus dem Inventar herangezogen. Die Nutzlastverkleidung war ausweislich der Seriennummer sogar noch ein Jahr älter, stammte aus 2015. Nach sechsmonatigem Testbetrieb fiel Anfang September 2021 die Entscheidung, Arktika-​M 1  in den Regelbetrieb zu übernehmen. Und tatsächlich folgte das zweite Arktika-​M Exemplar zum Jahresende 2023.