Nachdem das russische Transportraumschiff Progress MS-15 in den Tagen zuvor mit ausgedienten Gerätschaften und Abfällen beladen worden war, wurde am 09.02.2021 um 05:21 UTC das Kommando zum Abkoppeln vom „Pirs“ Modul gegeben. Einige kleinere Impulse brachten die Progress zunächst auf einen sicheren Abstand zur ISS, bevor um 08:30 UTC das eigentliche Retromanöver eingeleitet wurde. Die Progress begann ihren Abstieg durch die unteren Atmosphärenschichten, zerbrach und verglühte größtenteils über dem Pazifik. Letzte Trümmer stürzten gegen 09:13 UTC innerhalb der als „Friedhof der Raumschiffe“ bezeichneten Sperrzone in den Südpazifik.
Gemäß der Langzeitplanung der ISS Operationen hätte Progress MS-15 eigentlich zusammen mit dem „Pirs“ Modul von der Raumstation abgetrennt werden sollen. Das Kopplungs– und Luftschleusenmodul wurde längst jenseits seiner Design-Lebensdauer von fünf Jahren betrieben und zeigte nach mehr als neunzehn Jahren im All auch deutliche Alterungserscheinungen. Doch das größere „Nauka“ Modul, das einmal seine Position einnehmen sollte, verzögerte sich Jahr um Jahr. Und so kehrte nun nach Progress MS-06 im Jahr 2017 auch Progress MS-05 ohne die SO-2 Sektion zur Erde zurück. Immerhin hatte das inzwischen auch schon über elf Jahre alte bauähnliche „Poisk“ Modul wenige Wochen zuvor endlich bewiesen, daß es nicht nur zum Docking anderer Raumschiffe taugte, sondern auch als Luftschleuse genutzt werden konnte.

