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Sojus-2.1 b 14A14 mit Fregat 14S44 

Trägerraketen

Sojus-2.1b 14A14 mit Fregat 14S44
Sojus-2.1 b 14A14 mit Fregat 14S44 

Mit der Sojus-​2  entwickelte das ZSKB Progress in Samara ab Ende der 1990er Jahre einen leistungsfähigen Nachfolger für gleich mehrere Raketentypen: Sojus-​U, Sojus-​FG und Molnija-​M). Ausgehend vom bewährten Design der Standardrakete wurden ein Reihe von Änderungen eingeführt. Das Grundpaket erhielt die verbesserten RD-​107 A bzw. RD-​108 A Triebwerke, die bereits bei der Sojus-​FG eingeführt worden waren. Weiterhin bildeten vier Außenblöcke mit je einem (RD-​107 A) Vierkammer-​Triebwerk die Erststufe. Da die Triebwerke starr montiert waren, unterstützten je eine aerodynamische Heckflosse und zwei 35 kN Vernier-​Triebwerke die Stabilität der Rakete und übernahmen die Steuerung. Die Treibstoffkomponenten wurden per Turbopumpe gefördert, die von einem HO Gasgenerator angetrieben wurde. Ähnlich ausgelegt war die zweite Stufe, die beim Start bereits gezündet wurde, aber eine längere Brenndauer erreichte. Auch das dort verbaute RD-​108 A Triebwerk verfügte über vier starre Brennkammern, jedoch in Kombination mit vier 35 kN Vernier-​Triebwerken. Wiederum über eine Turbopumpe mit HO Gasgenerator wurden die Treibstoffkomponenten Kerosin und Flüssigsauerstoff gefördert. Strukturell ähnelten sich die beiden Stufen gleichfalls sehr stark. Die Tanks wurden aus einer Aluminium-​Legierung gefertigt und mit verdampfendem Flüssigstickstoff unter Druck gehalten. Zur Stufentrennung lösten sich am Heck der Rakete Verriegelungen, worauf die Außenblöcke bei geringem Schub nach außen wegschwenken. Die dritte Stufe, die über eine offene Gitterstruktur mit der Zweitstufe verbunden war, zündete zur Stufentrennung ihr Triebwerk, während Pyroladungen die mechanische Trennung vollzogen. Bei der dritten Stufe vollzog sich mit der Sojus-​2  der seit langem größte Wandel. In eine maximal vereinheitlichte Zellenstruktur inklusive neuer Tanks wurden je nach Ausbaustufe entweder das bisherigen RD-​0110  Triebwerk (Sojus-2.1a) oder das neue RD-​0124  (Sojus-2.1 b) eingebaut. Das Vierkammer-​Triebwerk RD-​0124  arbeitete nach dem Prinzip des geschlossenen Kreislaufs, wodurch ein hoher Brennkammerdruck realisiert werden konnte. Während der Schub gegenüber dem RD-​0110  praktisch unverändert blieb, erreichte das RD-​0124  einen weitaus besseren spezifischen Impuls und eine längere Brenndauer. Da nun die vier Triebwerksdüsen einzeln um eine Achse schwenkbar waren, konnte auf den bisher üblichen Einsatz von Vernier-​Triebwerken verzichtet werden. Auch beim Treibstoff gab es eine geringfügige Veränderung. Im Hinblick auf den Einsatz von Kourou wechselte man vom bisher verwendeten russischen Kerosin T-​1  zum westlichen Äquivalent RG-​1  und schließlich zum synthetischen „Naftil“. In der dritten Stufe fanden auch der neue zentrale Bordcomputer und das Inertiallenksystem Platz, die die Steuerung der ersten drei Raketenstufen übernahmen. Für einen präziseren Bahneinschuß bei Kreisbahnen oder zum Erreichen hochelliptischer Bahnen wurde die Sojus-​2  (analog zur Molnija-​M) mit einer vierten Stufe ausgerüstet. Die „Fregat” basierte auf dem Antriebssystem der sowjetischen Mars– und Venussonden. Seit dem Jahr 2000 hatte sich die Stufe bei einer Reihe von Starts diverser Sojus Varianten bereits ausgezeichnet bewährt. Neu eingeführt wurde die ST Nutzlastverkleidung aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Mit 4,11 m Durchmesser und 11,43 m Länge bot das auf der Nutzlastverkleidung der Ariane 4 basierende Modell Raum auch für größere Nutzlasten. Angeboten wurden aber ebenfalls schlankere Verkleidungen mit 2,7 m, 3,0 m, 3,3 m oder 3,72 m Durchmesser.


Gesamtsystemtechnische Daten mehrheitlich aus [a]
Nation Rußland
Bezeichnung(en) Sojus-2.1 b 14A14 / Fregat 14S44, 372RN17 
Entwicklungszeitraum
erster Start 27.12.2006 
Einsatzzeitraum 2006–
Stufenzahl
Gesamthöhe 45,16 mmit Typ 14S737 Nutzlastverkleidung
Spannweite über Stabilisierungsflächen 10,30 m
max. Nutzmasse 8.250 kg @200 km Kreisbahn 51,6°mit 3,715 m Durchmesser Nutzlastverkleidung
6.900 kg @200 km Kreisbahn 98,3°mit 3,715 m Durchmesser Nutzlastverkleidung
Leermasse
Treibstoffmasse
Startmasse ca. 312.000 kg 
Startschub 4.146 kN 
1. Stufe (Außenblöcke)
Hersteller ZSKBRKZ Progress
Bezeichnung(en) Block B, W, G, Dim russischen Alphabet folgen auf A die Buchstaben B, W, G und D
Länge 19,20 m
max. Durchmesser 2,68 m
max. Spannweite über Stabilisierungsfläche 3,82 m
Leermasseexklusive Hilfs– und Betriebsstoffe 4× 3.815 kg = 15.260 kg
Treibstoffmasse 4× 39.361 kgdavon je 11.458 kg Kerosin und 27.903 kg LOX = 157.444 kg
Gesamtmasseinklusive Hilfs– und Betriebsstoffe 4× 44.657 kg = 178.628 kg
Antrieb je 1 Vierkammer-​Flüssigkeitstriebwerk EnergomaschName des Konstruktionsbüros, Fertigung ausgelagert RD-​107 A (Erzeugnis 14D22) + 2 Vernier-​Triebwerke D664-200(400)
Treibstoff Kerosin („Naftil“)früher T-​1 Typ + Flüssigsauerstoff
Startschub 4× 838,5 kN = 3.354 kNim Vakuum 4× 1.021,3 kN = 4.085 kN
spezifischer Impuls (Seehöhe) 262 sim Vakuum 319 s
Brenndauer 118 s
2. Stufe (Zentralblock)
Hersteller ZSKBRKZ Progress
Bezeichnung(en) Block A
Länge 27,14 m
max. Durchmesser 2,95 m
Leermasseexklusive Hilfs– und Betriebsstoffe 6.450 kg
Treibstoffmasse 90.503 kgdavon 26.749 kg Kerosin und 63.709 kg LOX
Gesamtmasseinklusive Hilfs– und Betriebsstoffe 100.102 kg
Antrieb 1 Vierkammer-​Flüssigkeitstriebwerk EnergomaschName des Konstruktionsbüros, Fertigung ausgelagert RD-​108 A (Erzeugnis 14D21) + 4 Vernier-​Triebwerke D664-​000 
Treibstoff Kerosin („Naftil“)früher T-​1 Typ + Flüssigsauerstoff
Vakuumschub 990,2 kNauf Seehöhe 792,5 kN
spezifischer Impuls (Vakuum) 319 sauf Seehöhe 255 s
Nominal-​Brenndauer 286 s
3. Stufe
Hersteller ZSKBRKZ Progress
Bezeichnung(en) Block I
Länge 6,74 m
max. Durchmesser 2,66 m
Leermasseexklusive Hilfs– und Betriebsstoffe 2.775 kgzuzüglich Stufenadapter: 441 kg
Treibstoffmasse 23.204 kgdavon 6.650 kg Kerosin und 16.554 kg LOX
Gesamtmasseinklusive Hilfs– und Betriebsstoffe, exklusive Stufenadapter 26.011 kg
Antrieb 1 Vierkammer-​Flüssigkeitstriebwerk KBChAName des Konstruktionsbüros, Fertigung ausgelagert RD-​0124 (Erzeugnis 14D23)
Treibstoff Kerosin („Naftil“)früher T-​1 Typ + Flüssigsauerstoff
Vakuumschub 297,9 kN
spezifischer Impuls (Vakuum) 359 s
Brenndauer 270 stypisch, maximal 300 s
4. Stufe
Hersteller NPO Lawotschkin
Bezeichnung(en) „Fregat“ (Erzeugnis 14S44)
Länge 1,50 m
max. Durchmesser 3,35 m
Leermasse ca. 950 kg
Treibstoffmasse ca. 5.350 kg
Gesamtmasse
Antrieb 1 Flüssigkeitstriebwerk ChimMasch S5.92 
Treibstoff UDMH + Stickstofftetroxid
Vakuumschub 19,85 kNzwei Betriebsmodi mit 19,85 oder 14,00 kN
spezifischer Impuls (Vakuum) 331 szwei Betriebsmodi mit 331 oder 316 s
Maximal-​Brenndauer 900 sbis zu 20 Wiederzündungen innerhalb von 48 h
Nutzlastverkleidung
Hersteller ZSKBRKZ Progress81KS: NPO Lawotschkin
Bezeichnung(en) Erzeugnis 14S737 Angaben für 81KS / Typ-​ST in Klammern
Länge 10,40 m (11,43 m)
max. Durchmesser 3,72 m (4,11 m)
Strukturmasse (400 kg)

Quellen:

  1. ПРОЕКТ ТЕХНИЧЕСКОЙ ДОКУМЕНТАЦИИ — РАЗДЕЛ: ОЦЕНКА ВОЗДЕЙСТВИЯ НА ОКРУЖАЮЩУЮ СРЕДУ МСПД «МАРАФОН IoТ», 2022