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Dienstag,

15.01.2019

Den immer wieder angekündigten und verschobenen dritten Start der Simorgh Trägerrakete unternahm der Iran am 15.01.2019. Der Start vom zweiten Startkomplex des Imam Khomeini Space Launch Center zählte zum „Rahmenprogramm“ der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Islamischen Revolution. Entsprechend groß war die Enttäuschung, als auch dieser Start scheiterte. Nach einem zunächst verheißungsvollen Auftakt zehn Jahr zuvor hatten sich zuletzt die Rückschläge im iranischen Raumfahrtprogramm aneinander gereiht. Ohnehin war die Nutzlastkapazität der Safir Trägerrakete zu gering, um die geplanten Anwendungssatelliten auf einen adäquaten Orbit befördern zu können. Doch daß man nicht einmal deren Technik sicher beherrschte, war keineswegs förderlich dabei, die größere Simorgh serienreif zu bekommen. Im April 2016 hatte die Simorgh ihren ersten ballistischen Testflug unternommen — offenbar weitgehend erfolgreich (auch wenn sich Gerüchte über einen fehlgeschlagenen Satellitenstart hielten. Ein zweiter Start erfolgte am 27.07.2017. Er scheiterte an der zweiten Stufe. Iranische Presseberichte anläßlich des Starts legten nahe, daß diesmal der Versuch unternommen worden war, einen Satelliten namens Tolou in den Orbit zu befördern. Anderthalb Jahre später sollte die nächste Simorgh den Satelliten Payam-​e Amirkabir (kurz Amir-​Kabir 1) alias AUTSat 1 auf eine 500 bis 600 km Bahn transportieren. Gebaut hatte ihn die Amir Kabir University of Technology (AUT). Seine Aufgabe wurde mit der Erderkundung (45 m Auflösung multispektral) und store-​and-​forward Kommunikation beschrieben. Immerhin wurde diesmal der Fehlschlag offiziell bestätigt. Während Entwicklung und Bau des ersten Amir-​Kabir Satelliten zehn Jahre in Anspruch genommen hatten, hoffte man einer Pressemitteilung zufolge, ein Ersatzexemplar binnen Jahresfrist fertigstellen zu können.