Information
Donnerstag,

05.12.1968

Mit HEOS-​A1 (HEOS 1) realisierte die europäische Weltraumforschungsorganisation ESRO (European Space Research Organisation) einen sehr erfolgreichen Wissenschaftssatelliten. Der von Junkers in Deutschland gefertigte Highly Eccentric Orbit Satellite wurde am 05.12.1968 mit einer Delta-​E1 der NASA von Cape Canaveral auf eine stark exzentrische Umlaufbahn gestartet. Seine Instrumentierung diente Messungen des Magnetfeldes, der kosmischen Strahlung und des Sonnenwindes außerhalb des Einflußbereichs der irdischen Magnetosphäre. Eines der weiteren Experimente betraf die Erzeugung einer Bariumdampfwolke. Dazu wurde am 18.03.1969 in 75.000 km Erdentfernung eine 8,2 kg schwere Kapsel mit Barium und Kupferoxid ausgestoßen. Die in 40 bis 50 km Abstand zu HEOS-​A1 erzeugte Wolke ionisierten Gases konnte von verschiedenen Bodenstationen beobachtet werden. Mittels kleiner Druckgastriebwerke konnte der Satellit seine räumliche Lage variieren und die Spin-​Rate anpassen. HEOS 1 überschritt die projektierte aktive Lebensdauer von achtzehn Monaten deutlich. Nach sechzehn Monaten traten allerdings vereinzelt Ausfälle bei der Übermittlung der solaren Lagereferenz auf. 1974 war schließlich nur noch das Magnetfeld-​Experiment aktiv. Gerade die präzisen Magnetfeldmessungen der beiden HEOS Satelliten bildeten auch Jahrzehnte später eine wichtige Referenz für nachfolgende Missionen.